Der NCT ist ein technisch-wissenschaftliches Forschungszentrum, das als Gemeinschaftsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg (OHM) aufgebaut wird. "In diesem neuen Projekt arbeiten wir eng in innovativen Forschungsbereichen zusammen, kooperieren noch intensiver in der Lehre und stärken den Technologiestandort Nürnberg und die wirtschaftliche Entwicklung der Metropolregion Nürnberg nachhaltig", betonen Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der FAU, und Prof. Dr. Michael Braun, Präsident des OHM.
Unter dem Leitmotiv "Engineering for Smart Cities" arbeiten OHM und FAU gemeinsam an Zukunftsmodellen und -technologien. Sie bringen dabei die ausgewiesene Kompetenz beider Hochschulen und des im Aufbau befindlichen Energie Campus Nürnberg ein. Gemeinsames Ziel der Partner im NCT ist es, die bestehenden Kompetenzen weiter zu vernetzen und um neue Zukunftsthemen zu erweitern. Es sollen Infrastrukturen zusammen genutzt, Lehrangebote für Masterstudierende beider Hochschulen angeboten, Lehrimporte realisiert sowie kooperative Promotionen erleichtert werden.
"Wir wollen in Nürnberg einen Technologiecampus etablieren, mit dem die Region eine europäische Führungsrolle im Bereich innovativer Forschung für die Zukunftsfelder übernehmen kann", sind sich die beiden Präsidenten einig. Die aktuelle Anschubfinanzierung in der ersten Phase der Gründung des NCT fließt in den Ausbau der beiden Bereiche "Automatisierungstechnik" und "Energie- und Speichertechnologien".
Automatisierungstechnik
In der Automatisierungstechnik steht die ressourcen- und energieeffiziente Produktion im Mittelpunkt. Da sowohl Rohstoffe als auch Energie nur begrenzt verfügbar sind, wird dieses Thema für die produzierende Industrie - wie zum Beispiel Automobil-, Maschinen- oder Komponentenhersteller - immer wichtiger. Für die Forschung in diesem Bereich werden innerhalb des NCT neue Strukturen geschaffen:
An der FAU entsteht ein neuer Lehrstuhl für ressourcen- und energieeffiziente Produktionsmaschinen, der in das Department Maschinenbau eingebunden wird. Wesentliches Forschungsziel ist die Steigerung der Energieeffizienz mit dem Schwerpunkt in der Produktionstechnik. Das Spektrum reicht von der Entwicklung neuer innovativer Maschinenkonzepte für Produktionsmaschinen bis hin zur Nachhaltigkeitsforschung.
Am OHM wird eine Professur für Steuerungstechnik eingerichtet und soll integraler Bestandteil des fakultätsübergreifenden Zentrums für Automatisierungstechnik der Hochschule sein. Arbeitsschwerpunkte sind Programmierung, Aktorik, Sensorik und Kommunikation in der Steuerungstechnik. Dabei geht es um neue Anwendungen für Industrieroboter in kleinen und mittleren Unternehmen ebenso wie um den Einsatz fahrerloser Transportsysteme.
Neben der Forschung wird an Universität und Hochschule das Themengebiet der Automatisierungstechnik auch in der Lehre verstärkt. Die neuen Forschungserkenntnisse fließen in bestehende Vorlesungen ein. Auch neue Studiengänge sind angedacht.
Energie- und Speichertechnologien
Im Bereich der Energie- und Speichertechnologien können durch die Finanzierung auch ausgewählte Initialprojekte gestartet werden. Die Ohm-Hochschule ist hier bereits sehr aktiv und geht unter dem Dach des NCT nun etliche neue Projekte an - zum Beispiel zur effizienten Abwärmenutzung oder dezentralen Speicherung. Diese Initialprojekte sind interdisziplinär und fakultätsübergreifend und spiegeln die vernetzte Arbeitsweise an der Hochschule wider. In zahlreichen Projekten gibt es Anknüpfungspunkte zur FAU und zum Energiecampus.
Mehrwert für die Region
"Das gemeinsame technisch-wissenschaftliche Forschungszentrum ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Zusammenarbeit beider Hochschulen. Diese Kooperationsplattform steigert die überregionale Wahrnehmung und Attraktivität der Metropolregion Nürnberg", erklären Prof. Dr. Michael Braun und Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske. "Damit setzen wir die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Profilbildung der Hochschulen mit hohem Regionalbezug beispielgebend in die Praxis um."