Kempten / Wildpoldsried. In großer Vorfreude erwarteten am Montag Vertreter der Hochschule Kempten, der RWTH Aachen, des Allgäuer Überlandwerks sowie der Firma Siemens im Allgäuer Energiedorf Wildpoldsried die Ankunft einer Batterie der besonderen Art.
Um 15:30 Uhr hob ein Kran den 10 Tonnen schweren Energiespeicher an seinen vorgesehenen Platz.
Der Batterie-Container ist ein weiteres gewichtiges Element für das Forschungs-projekt IRENE. Das Institut für angewandte Batterieforschung (IABF) der Hochschule Kempten erforscht hierbei gemeinsam mit der RWTH Aachen, dem Allgäuer Überlandwerk sowie der Siemens AG die Integration regenerativer Energien und Elektromobilität. Die Anforderungen an das Stromnetz haben sich aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien stark geändert. Die Einspeisung von Sonnen- und Windenergie unterliegt starken natürlichen Schwankungen.
Dass der Strom jederzeit und auf Knopfdruck zur Verfügung steht, erfordert einen enormen Aufwand. Die Spezialbatterie stellt dabei eine moderne Komponente im Energieversorgungsnetz dar. Sie ist in der Lage, den unregelmäßig erzeugten Strom auszugleichen und somit einem weiteren Ausbau des Energieversorgungsnetzes entgegenzuwirken. Kurz: Bei einem Energieüberschuss im Netz wird der Container aufgeladen, um dann zu Zeiten mit hohem Verbrauch die Lastspitzen durch Rückspeisung abzudecken. Der Container hat eine Größe von 7 x 2,5 Metern. Die nutzbare Kapazität der Batterien beträgt rund 138 kWh, die Maximalleistung 300 KW. Der Forschungspartner Siemens stellt das Speichersystem selbst her.
„In Wildpoldsried wird unter realen Bedingungen untersucht, welche Vorteile der in die Regelung des elektrischen Netzes integrierte sogenannte Quartier-speicher gegenüber kleinen Eigenverbrauchssystemen an den Solaranlagen für das elektrischen Netzes bietet.“, erklärt Joachim Bamberger, bei Siemens verantwortlich für das Engineering von Energiespeichersystemen.
Prof. Biechl von der Hochschule Kempten betont, „Kosteneffizienz aller betei-ligten Systeme ist unbedingt notwendig, um die Energiewende in Deutschland voranzutreiben und für die Bürger bezahlbar zu machen. Daher soll unsere Forschung auf dem Gebiet der Batterieladesteuerung sowohl die Wirkung von Speichern für die Netzregelung sicherstellen, als auch die Lebensdauer der Systeme maximieren.“
Der offizielle Startschuss ist für Ende Oktober im Rahmen des IRENE-Konsortialtreffens mit Besuch des Bundeswirtschaftsministeriums und einer Einweihungsfeier geplant.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt IRENE:
www.projekt-irene.de
www.hs-kempten.de/forschung-kooperation