Mechatronikstudierende der Hochschule Augsburg entwickelten Geräte und Assistenzsysteme für Körperbehinderte

Neuentwicklungen ermöglichen mehr Freiheiten für körperbehinderte Bewohner des Fritz-Felsenstein-Hauses in Königsbrunn.

Studierende der Hochschule entwickelten Spielgeräte für Bewohner des Fritz-Felsenstein-Hauses. Foto: Tobias Weismantel

Der mehrfach körperlich behinderte Fabian strahlt über das ganze Gesicht. Lange sitzt er am neuen elektronischen Kickerspiel, das er per Mausklick oder per Joystick bedienen kann. Mechatronikstudierende der Hochschule Augsburg haben den Fußballautomaten als eines von elf Geräten speziell nach den Bedürfnissen der Bewohner des Fritz-Felsenstein-Hauses, einer Einrichtung für Körper- und Mehrfachbehinderte, als Semesterprojekt entwickelt. Jetzt wurden die Spiel-, Musik- und Malgeräte den Bewohnern und Betreuern der Einrichtung vorgestellt. Insgesamt 70 Studenten hatten zusammen um die 15 000 Arbeitsstunden in die Entwicklung der Geräte investiert.

„Dass eine Hochschule so viel für unser Projekt geleistet hat, ist begeisternd“, sagt Gregor Beck Geschäftsführer des Fritz-Felsenstein-Hauses. Obwohl die Zusammenarbeit in dieser Form das erste Mal stattgefunden habe, sei die Verbindung des Fachbereichs Mechatronik an der Hochschule mit dem Fritz-Felsenstein-Haus sehr naheliegend. Seit drei Jahren gebe es dort eine Beratungsstelle, die sich nur mit Assistenztechnologien und unterstützenden Kommunikationshilfen befasse. „Als Träger der Behindertenhilfe fühlen wir uns mitverantwortlich, die Entwicklung solcher Systeme auf jede Weise mit voranzutreiben“, so Beck. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule sei daher logisch und inspirierend.

Auch Franz Raps, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik an der Hochschule Augsburg bestätigt den Gewinn der Zusammenarbeit: „Nicht nur, dass es sich bei dem Projekt um eine praxisnahe Aufgabe Unterfangen handelt, dessen Produkt am Ende die Kunden wirklich benutzen können. Das Besondere und Gewinnbringende des Projekts liegt auch darin, dass die behinderten Menschen den Studierenden eine neue Sicht auf die Dinge, Optimismus und viel Lebensfreude gelehrt haben“, so Raps. Dabei sei bemerkenswert, dass es bei diesem Projekt nicht schwer war, alle Studierenden bei diesem Projekt am Ball zu halten, was nicht dem Normalfall entspräche, ergänzt Wolfgang Klüver, Informatikprofessor und Mitinitiator des Projekts.

Georg Vogele, Student im sechsten Semester Mechatronik erklärt diese Tatsache so: „Es ging hier nicht darum, Projekte für die Industrie zu entwickeln, sondern darum, dass Menschen für Menschen arbeiten.“ Und das, so Vogele, sei noch einmal ein besonderer Anreiz gewesen, die Projektaufgabe besonders gut zu lösen. Die besondere Herausforderung sei bei dem Projekt gewesen, dass die kleinsten motorischen Dinge für einen Körperbehinderten manchmal größte Schwierigkeiten sein können. Durch die entwickelten Geräte und Assistenzsysteme ist nun Vieles möglich geworden, so etwa malen, ein Instrument spielen oder auch kegeln. Im nächsten Schritt werden die neu entwickelten Geräte nun sicherheitstechnisch optimiert.

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