Das Institut für angewandte Logistik (IAL) der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt berechnete in Kooperation mit dem Projektpartner Hans-Wilhelm Renkhoff Stiftung erstmalig Treibhausgas Emissionen für Außen-Jalousien mittels einem so genannten Product Carbon Footprint (PCF). Ziel der PCF-Berechnung war es, Kohlenstoffdioxid- bzw. CO2-Emissionen transparent zu machen und zu reduzieren.
Die Berechnung erfolgte für eine handelsübliche Außen-Jalousie (Raffstore), die für ein Standardfenster mit den Abmessungen von 1,2 Meter Breite und 2 Meter Höhe bei einer Raumgröße von 25 Quadratmetern eingesetzt werden kann. Die Berechnung des „Fußabdruckes“ ergab, dass die Jalousie bei einer Nutzungsdauer von zwanzig Jahren 150 kg CO2 von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung verursacht und gleichzeitig über 8,5 Tonnen CO2 eingespart werden können. Somit ermöglicht der Einsatz der Außen-Jalousien eine 57-fache Einsparung an CO2 im Vergleich zur Herstellung.
Die großen Einsparungen können erzielt werden, da durch die Jalousie die Sonneneinstrahlung im Sommer minimiert und somit die Kühlung erheblich reduziert wird. Zudem dient die Jalousie als Wärmeschutz im Winter und vermindert somit die Heizbelastung.
Der Umweltgedanke soll entlang der gesamten Lieferkette integriert werden, um bereits in der Herstellungsphase möglichst wenig CO2 Emissionen zu verursachen und so die Energieeffizienz des Produktes über den Nutzen hinaus sicherzustellen. Der Berechnung liegt der international anerkannte „Greenhouse Gas Protocol Standard“ zugrunde und beinhaltet alle Lebenszyklen eines Produktes: die Rohstoffgewinnung, die Vorproduktion, den Herstellungsprozess, die Nutzung durch den Verbraucher, alle notwendigen Transportwege und letztendlich die Entsorgung bzw. das Recycling.
Betrachtet man die Lebenszyklen der Jalousie, so verursachen die Gewinnung der Rohstoffe und die Herstellung der Vorprodukte die weitaus größten CO2 Werte. (mit einem Anteil von 86 Prozent am gesamten „Fußabdruck“). Die entscheidende Rolle spielt hier das Aluminium, das den Hauptbestandteil des untersuchten Produktes darstellt.
Die Erfahrungen aus diesem Projekt haben erstmalig aufgezeigt, in welchem Bereich die größten CO2 Einsparmöglichkeiten im Bereich des technischen Sonnenschutzes liegen und zeigen, dass die Kommunikation mit dem Verbraucher entscheidend ist, um einen wesentlichen Beitrag zur CO2 Senkung zu leisten.
Das Hochschul-Institut IAL sieht in diesem Projekt einen weiteren Schritt, sich mit aktuellen Problemstellungen von Unternehmen zu beschäftigen. „Das Nachhaltigkeitsmanagement ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Projektaktivitäten“, so Professor Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Leiter des Instituts.