Bei dem Thema Energiewende geht das Kompetenzfeld Erneuerbare Energien des Instituts für Angewandte Forschung (IAF) der Hochschule Ingolstadt neue Wege. Anfang des Wintersemesters wurde im Beisein von sechs regionalen Förderunternehmen das vom Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt RegIN⁺ - Regeneratives Energienetzwerk Region Ingolstadt gestartet. Zu Jahresbeginn stehen in Kooperation mit der VDI Bezirksgruppe Ingolstadt zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm:
Vortrag „Smart Grid ‐ Lösungsansatz zur Integration der erneuerbaren Energien?“ Dienstag, 24.01.2012, 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr Ort: Hochschule Ingolstadt, Mensa-Neubau (Gebäude B)
Referent: Prof. Dr.‐Ing. Wilfried Zörner, Hochschule Ingolstadt, Kompetenzfeld Erneuerbare Energien.
Die Integration der Erneuerbaren Stromerzeugung in die bestehende Stromversorgungsinfrastruktur zählt zu den großen Herausforderungen der kommenden Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Die zum Teil heute schon veralteten Stromnetze müssen zukünftig große Mengen dezentral erzeugten Stroms aufnehmen. Die zukünftig „großen“, aber fluktuierenden Stromerzeuger Windkraft und Photovoltaik bedeuten für die Stromversorgung der Zukunft einen erheblichen Bedarf an Steuerung der verschiedenen Stromerzeuger, von Stromspeichern und nicht zuletzt der Verbraucher. Die Verbindung aller zukünftigen Beteiligten am Strommarkt müssen intelligente Stromnetze sicherstellen, die nicht nur Strom, sondern auch Informationen und Steuersignale transportieren.
Vortrag: „Energieversorgung 2100 – Kernfusion, oder doch Windräder?“ Dienstag, 14.02.2012, ab 19:30 Uhr, Hochschule Ingolstadt, Mensa-Neubau (Gebäude B)
Referent: Dr. Ralph Dux, Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, Garching
Der Vortrag soll die Frage klären, ob die Kernfusion die Probleme der Energieversorgung in der Zukunft lösen kann und „Erneuerbare Energien“ somit nur eine Übergangslösung darstellen.
Es wird daher die Energieerzeugung durch Kernfusion erläutert und auf die geeignete Reaktion sowie Parameter wie notwendige Temperatur, Dichte und Wärmeisolation eingegangen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der magnetische Einschluss von Kernfusionsplasmen. Daher werden Prinzipien veranschaulicht und ein Einblick in die Schwerpunkte der gegenwärtigen Forschung gewährt.
Außerdem werden die nächsten Schritte auf dem Weg zum Fusionskraftwerk aufgezeigt. Dazu gehört die Erläuterung des prinzipiellen Aufbaus und der Eigenschaften eines Fusionskraftwerkes.
Exkursion: Zukunft der Energieversorgung in Industriegebäuden Termin wird noch bekannt gegeben, telefonische Anmeldung erforderlich unter 08450/901610 Der Bedarf an Klimatisierung von Gebäuden wächst weltweit. Die hierfür konventionell eingesetzten Technologien, wie die Kompressionskälteerzeugung, verursachen einen hohen elektrischen Energieverbrauch, damit verbunden enorme CO2-Emissionen und führen nicht zuletzt zu einer äußerst ungünstigen Stromnetzbelastung zur Spitzenlastzeit. Im Rahmen dieser Exkursion führen wir in die vielversprechende Zukunftstechnologie der sorptionsgestützten solar-thermischen Klimatisierung ein, deren Antrieb solare Wärme an Stelle von Elektrizität verwendet. Bei einer Besichtigung der ersten Anlage dieser Art in Bayern im Gebäude J des GVZ Ingolstadt, ausgezeichnet mit dem Deutschen Solarpreis, erfahren sie alles über diese innovative Technologie und die Forschungserfahrungen des Kompetenzfeld Erneuerbare Energien an einem der weltweit ersten Feldtestobjekte im industriellen Einsatz.
Vortrag: Die Rolle von Biogas im zukünftigen Energiemix Dienstag, 20.03.2012, ab 19:30 Uhr, Hochschule Ingolstadt, Mensa-Neubau (Gebäude B)
Referenten: Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Matthias Sonnleitner, Prof. Dr.-Ing. Wilfried Zörner, Hochschule Ingolstadt, Kompetenzfeld Erneuerbare Energien.
Mit dem rapiden Ausbau der Erneuerbaren Stromerzeugung mit ihren fluktuierenden Stromerzeugern erhält die Versorgungssicherheit eine große Bedeutung. Um die Netzstabilität in Zukunft sicherzustellen, müssen alle Möglichkeiten des Stromerzeugungsmanagements und der Stromspeicherung ausgeschöpft werden. Die zunächst teuer erscheinende Stromerzeugung aus Biogas bekommt damit eine ganz neue Rolle, denn Biogasanlagen lassen sich im Prinzip bedarfsgerecht steuern und können damit effizient „Lücken“ im Stromangebot schließen. Hinzu kommt noch die Nutzung des im Biogas enthaltenen CO2 zur Synthese von Wasserstoff, der mit Stromüberschüssen aus Windkraft und Photovoltaik erzeugt wurde, zu BioMethan, das sich ebenfalls effizient im Erdgasnetz speichern lässt.
VDI-Exkursion: Besichtigung der beiden E.ON Kraftwerke Donnerstag, 22.03.2012, ab 10:00 Uhr, Kraftwerke Irsching und Großmehring, telefonische Anmeldung erforderlich unter 08450/901610 10:00 Uhr Treffpunkt Pforte Kraftwerk Irsching 12:00 Uhr Mittagessen Kraftwerk Großmehring 13:00 Uhr Besichtigung Kraftwerk Großmehring 15:30 Uhr voraussichtliches Ende