Hochschule Coburg: Forschungsprojekt "Studentische Lebensqualität"

Um die Lebensqualität von Studiernden in einer Stadt zu verbessern, müssen Hochschule und Stadtverwaltung zusammenarbeiten. Häufig stochern die Entscheidungsträger jedoch im Nebel, da belastbare Daten fehlen. In dem von der Stadt und der Hochschule Coburg geförderten Forschungsprojekt „Studentische Lebensqualität in Coburg“ wurde durch eine repräsentative Befragung von 10 % der Studierenden ermittelt, wo Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse könnten auch für einen Vergleich der studentischen Lebensqualität in den verschiedenen Regionen Bayerns herangezogen werden.

Die Studie erstreckt sich auf die fünf Bereiche Wohnen, Mobilität, Soziales, Freizeit und Berufschancen. Sie wurde von Prof. Dr. Veronika Hammer mit zwei Master-Studentinnen der Sozialen Arbeit durchgeführt. Heraus kamen spannende Ergebnisse. Durch die Zusammenarbeit mit Prof. Barbara Fuchs aus der Fakultät Design und ihrem Studententeam wurde es zudem möglich, den Coburger Bürgern die nüchternen Zahlen in der ansprechenden Ausstellung „10 %“ zu präsentieren.

Für die Hochschulstadt Coburg liefert die Studie folgende Zahlen: Zwei Drittel der Studierenden wohnen während der Woche in Coburg. Ein Drittel fährt an den Wochenenden nach Hause und ein Drittel pendelt täglich. Die in der Vestestadt wohnenden Studenten haben zu einem Viertel eine Bleibe in der Innenstadt. Und ein Großteil der Anderen würde gerne in die Innenstadt ziehen. Sie wünschen sich städtisches Flair. Allerdings fehlen aus ihrer Sicht günstige möblierte und WG-taugliche Wohnungen.
Die Mehrheit der Studierenden (65 %) schätzt das studentische Leben in der Innenstadt. Sie gehen in Coburgs Kneipen, Cafés, Restaurants und ins Kino. Aber sie wünschen sich auch mehr Kleinkunst, Studentenkneipen, Discos, Kleidungsläden und internationale Imbisse. Coburgs Studenten sind in der Stadt meist zu Fuß unterwegs. Den Weg vom Campus zur Innenstadt empfindet der überwiegende Teil jedoch als unangenehm. Sie plädieren klar für eine Verbesserung der Fuß- und Radwege mit attraktiven Unterführungen oder Brücken. Und sie wünschen sich eine „Studentenstraße“ in der Innenstadt, in der studentischer Flair spürbar wird.
Die Berufschancen in der Region Coburg werden von der Hälfte der Befragten als gut, von der anderen Hälfte als schlecht bewertet. Dementsprechend käme die Region Coburg für 45 Prozent der Befragten als späterer Arbeitsplatz in Frage. Weitere 45 Prozent möchten nicht hier arbeiten.

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