Das erste Mal dabei, das erste Auto, Platz 8 in der Gesamtwertung, fünftbestes deutsches Team und zweitbestes bayerisches Team - mit dieser Bilanz ist gestern das Schanzer Racing Team an die Hochschule Ingolstadt zurückgekehrt. "Das ist ein Erfolg, von dem jeder geträumt hatte, mit dem aber keiner so wirklich gerechnet hat", schwärmt Teamcaptain Ferdinand Ort mit einem stolzen Lächeln im Gesicht.
Auch Vizepräsident Prof. Thomas Suchandt freut sich für die Studierenden. "Auf Anhieb unter die besten Zehn zu gelangen, ist wirklich sehr beeindruckend." Suchandt, der am Wochenende live dabei war, ist wie die anderen 50 Teammitglieder mit dem Wunsch nach Hockenheim gereist, überhaupt ins Ziel zu gelangen. Für einen Newcomer ist die Wahrscheinlichkeit, auf der Strecke zu bleiben, nämlich gar nicht so gering. Umso stolzer sind alle Beteiligten, dass sich die Schanzer Racer um ihren Rennwagen "SRe12" auch gegen erstklassige Konkurrenten mit langjähriger Renn- erfahrung durchsetzen konnten. Insgesamt knapp 30 Teams nahmen am Wettbewerb teil. "Es war einfach klasse, dass die Hochschule und so viele Sponsoren und natürlich unsere Fans im Vorfeld an uns geglaubt haben und in Vorleistung gegangen sind, obwohl wir am Anfang nichts als eine Idee vorzuweisen hatten", bedankt sich Wirtschaftsleiter Andreas Wild bei allen, die das Projekt seit Monaten tatkräftig unterstützt haben.
Bei Null gestartet
2011 sind fünf ehemalige Studenten der Hochschule mit einer Idee auf die Hochschulleitung zugegangen. Nach und nach wurden immer mehr Professoren und schließlich auch die ersten Studenten an Bord geholt. Über 70 Studierende der Hochschule Ingolstadt hatten in den letzten Monaten einen elektrisch betriebenen Rennwagen konstruiert und gebaut. Gemeinsam mit Sponsoren und Hochschulangehörigen feierte das Team von "Schanzer Racing Electric" im Juni mit einer festlichen Gala die Vorstellung des Rennwagens.
Die aus den USA stammende Rennserie "Formula Student" wird seit 2006 vom Verein Deut- scher Ingenieure (VDI) ausgerichtet. Studierende aus aller Welt treffen sich jährlich auf internationalen Renn-Events. Dabei treten sie mit selbst entwickelten und gebauten Renn- wägen in Formel 1- Atmosphäre gegeneinander an. Im Mittelpunkt der Bewertungen steht nicht nur die Schnelligkeit der Rennwagen, sondern das Gesamtkonzept aus regelkonformer Konstruktion, Energieeffizienz, Kostenstruktur und Business Plan.
Seit 2010 wird dieser Wettbewerb nicht mehr nur mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren, sondern auch mit reinen Elektroantrieben ausgetragen. Damit trägt die Rennserie dem aktuellen Trend in der Automobilbranche Rechnung: der Elektrifizierung des Antriebstranges.