Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle wird am 10. März 2016, 18.00 Uhr, das neue Technikum für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Technikum) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) eröffnen. Das Laborgebäude stellt einen Meilenstein für den weiteren Ausbau der Spitzenforschung in der umweltgerechten Energietechnik am Standort Amberg dar. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch bündelt das Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung (KoKWK) seit 2012 die Forschungsaktivitäten der OTH Amberg-Weiden im Bereich effiziente und ressourcenschonende Energieversorgung.
Den rund 1,8 Millionen Euro teuren Neubau des KWK-Technikums, finanziert aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, hat das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach in enger Zusammenarbeit mit der OTH Amberg-Weiden geplant und in knapp anderthalb Jahren Bauzeit errichtet. Das Laborgebäude wird im Frühjahr in Betrieb gehen.
Das Bauwerk umfasst knapp 260 m² Laborflächen mit modernster Prüfstandstechnik für die angewandte Forschung und Entwicklung an Kraft-Wärme-Kopplungs-Systemen. In einer flexibel nutzbaren Halle können kleine, eigenständige Blockheizkraftwerke aufgebaut und erprobt werden, wie sie beispielsweise in Ein- oder Mehrfamilienhäusern zum Einsatz kommen. Für größere Aggregate, die beispielsweise für die Energieversorgung bei Stadtwerken, Kliniken oder Industriebetrieben eingesetzt werden, steht eine abgetrennte Prüfkabine mit zwei Prüfständen zur Verfügung. Ferner gibt es einen separaten Auswertraum und einen Vorbereitungsraum.
Das Technikum ist der Fakultät für Maschinenbau/Umwelttechnik angegliedert und wird künftig für Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Kooperation mit den Industrie- und Forschungspartnern der OTH Amberg-Weiden genutzt. Im Rahmen von Abschluss- und Projektarbeiten in den Bachelor- und Masterstudiengängen der OTH werden auch Studierende in die Arbeiten eingebunden und an den modernen Forschungsanlagen ausgebildet.
Die im Technikum entwickelten Systeme dienen als Blaupause für die Übertragung in die kommunale und industrielle Praxis. Erfolgreiche Beispiele hierfür sind die Projekte im Grammer Werk Haselmühl, bei BHS Corrugated in Weiherhammer, im Klinikum Weiden oder bei der Firma Ponnath Die Meistermetzer in Kemnath, bei denen in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des Kompetenzzentrums KWK und des An-Instituts für Energietechnik innovative und hocheffiziente Energieversorgungslösungen auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung umgesetzt wurden. Erste Versuchsanlagen werden bereits zur Einweihung am 10. März 2016 im neuen Technikum zu besichtigen sein.
Das Kompetenzzentrum KWK, das bayernweit mit Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten sowie Herstellern und Anwendern aus Industrie, Energieversorgung und Kommunen vernetzt ist, veranstaltet im Vorfeld der Einweihung in Kooperation mit der Bayern Innovativ GmbH am gleichen Tag von 09:00 bis 17:00 Uhr an der OTH in Amberg eine Tagung unter dem Motto „Systemstütze KWK – Schlüsseltechnologie der Energietransformation“. Hierzu werden über 100 Fachleute aus Deutschland und Österreich erwartet, um sich über die aktuellen Entwicklungstendenzen in der KWK-Technologie zu informieren.