Eine Million für die Forschung

BMBF fördert mit „FH Invest“ zwei Projekte an der TH Nürnberg.

Von links: Präsident Prof. Dr. Michael Braun, wissenschaftlicher Mitarbeiter Andreas Hoffmann, PSt Stefan Müller, Prof. Dr. Rüdiger Hornfeck und MdB Dagmar Wöhrl bei der Übergabe der Bescheide

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ zwei weitere Forschungsprojekte an der Technischen Hochschule Nürnberg. Die beiden Förderbescheide in Höhe von zusammen 1,08 Millionen Euro überreichte der Parlamentarische Staatssekretär des BMBF, Stefan Müller, heute dem Präsidenten der TH Nürnberg, Prof. Dr. Michael Braun.

Wie der Staatssekretär bei der Übergabe der Bescheide ausführte, seien die jährlich zur Verfügung stehenden Fördermittel des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ von 10,5 Mio.  Euro im Jahr 2005 auf inzwischen knapp 42 Mio. Euro im Jahr 2014 vervierfacht worden. „Von dem BMBF-Programm hat die TH Nürnberg im besonderen Maße profitiert. Aktuell steht sie hierbei in Bayern an der Spitze“, betonte Müller. „Seit 2006 wurden bzw. werden an der TH Nürnberg über das Programm bislang 25 Forschungsprojekte mit einer Gesamtbewilligungssumme von über 7,5 Mio. Euro gefördert. Mit unserem Förderprogramm unterstützen wir die Fachhochschulen dabei, ihr Profil in der angewandten Forschung weiter zu schärfen und so weiterzuentwickeln, dass sie leistungsstarker Partner für Wirtschaft und Wissenschaft sind.“

Rapid-Metal-Parts

Das Forschungsprojekt „Rapid-Metal-Parts“ wird mit 706.460 Euro gefördert und von Prof. Dr. Michael Koch von der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik geleitet. Strategisch eingebettet ist es in das Themenfeld „Rapid-Technologien“ am 3D-Visualisierungszentrum der TH Nürnberg und wird dessen Forschungsprofil weiter schärfen. „Die Professoren werden die neue Technologie und die damit verbundenen F&E-Erkenntnisse auch in Vorlesungen und studentischen Projekt- und Abschlussarbeiten einfließen lassen“, betonte der Präsident der TH Nürnberg Prof. Dr. Michael Braun bei der Übergabe der Bescheide. „Darüber hinaus können wir dank der Förderung vor allem auch kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu dieser kostenintensiven Technologie bieten.“
Der Technologie liegt das selektive Laserschmelzen zu Grunde, das gerne auch als „3D-Drucken mit Metall“ bezeichnet wird. Bei diesem Fertigungsverfahren wird mit Hilfe eines Laserstrahls Metallpulver an bestimmten Stellen aufgeschmolzen. Danach werden zahlreichen Lagen übereinander geschichtet, so dass ein festes metallenes Bauteil entsteht, das sich durch hohe Materialqualität auszeichnet. So können komplexe Bauteile, die durch konventionelle Fertigungsmöglichkeiten nur schwer oder gar nicht herstellbar sind, ohne größeren Aufwand und schnell reproduziert werden. Das Verfahren wird deshalb oft als Rapid-Prototyping-Verfahren eingesetzt, um Prototypenteile, Einzelstücke oder Kleinserien schnell und verhältnismäßig günstig zu produzieren.
„Dank der Förderung des BMBF können wir nun eine Anlage zur Herstellung metallischer Bauteile nach dem generativen Fertigungsverfahren anschaffen“, so Prof. Dr. Michael Braun. „Die Maschine ist bereits ausgewählt und soll im 3D-Visualisierungszentrum der Hochschule installiert und betrieben werden. Mit ihr können wir im so genannten LaserCusing-Verfahren Bauteile aus Stahl, Aluminium oder Titan herstellen.“

IMPROVES M

Das Forschungsprojekt „IMPROVES M“, das mit 379.955 Euro gefördert wird, leitet Prof. Dr. Armin Dietz, der auch für den Teilbereich Process des Energie Campus Nürnberg (EnCN) verantwortlich zeichnet. Das Projekt befasst sich mit elektrischen Antrieben – also Maschinen, Förderbändern, Pumpen und Kompressoren – die einen großen Anteil am deutschen Stromverbrauch haben: Etwa die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms wird von elektrischen Antrieben in mechanische Energie umgewandelt, in der industriellen Produktion liegt dieser Anteil sogar bei 70 %. „Einen zentralen Bestandteil bei elektrischen Antrieben bildet der Elektromotor. Dieser wandelt elektrische Energie in mechanische Energie um, wobei es jedoch zu Verlusten kommt“, erläuterte der Projektleiter. „Zentrales Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es deshalb, die Verluste möglichst gering zu halten, gleichzeitig jedoch den Wirkungsgrad bzw. die Energieeffizienz des gesamten Antriebssystems zu maximieren.“Dafür wird die TH Nürnberg im Rahmen des geförderten Projekts den Messplatz „IMPROVES M“ anschaffen, der Messmöglichkeiten zur Bestimmung der magnetischen Eigenschaften von Elektroblechpaketen bietet. Auf Grundlage dieser Daten kann ein Elektroblechpaket zwischen den einzelnen Produktionsschritten vermessen und der Zusammenhang zwischen den einzelnen Bearbeitungseinflüssen und dem Betriebsverhalten der Maschine hergestellt werden. Ziel ist es, die Produktion und das Maschinendesign so zu gestalten, dass die Bearbeitungseinflüsse minimiert werden. „Mit Hilfe der Messtechnik können zahlreiche weitere wissenschaftliche Projekt- und Abschlussarbeiten entstehen“, so der Präsident der TH Nürnberg, Prof. Dr Michael Braun. „Der wirtschaftlich-technische Vorteil besteht darin, Maschinen mit geringeren Verlusten durch Minimierung der Bearbeitungseinflüsse auf die Elektroblechpakete zu konstruieren. Dies trägt maßgeblich zur Steigerung der Energieeffizienz von elektrischen Antrieben bei.“

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