Was in Hollywood der Oscar, ist an der Hochschule Rosenheim der RoQ'n RoL-Lehrpreis: Der Preis der Schatt-Stiftung für herausragende Lehre wurde Anfang November im Rahmen des Tags der Lehre an insgesamt vier Dozierende verliehen. Doch was macht eigentlich gute Lehre aus, was sind die "Teaching Visions" von morgen? Dieser Frage gingen Dozierende, Studierende und Mitarbeiter bei Vorträgen, Diskussionsrunden und persönlichem Austausch nach. Vielfältige Antworten gab es unter anderem von den frisch gekürten Preisträgern. Eines wurde hierbei besonders deutlich: die Mischung macht's.
"Die Gewinner des Lehrpreises auszuwählen, war auch in diesem Jahr keine leichte Aufgabe", bekräftigte Prof. Dr. Eckhard Lachmann, Vizepräsident für Studium und Lehre. Anhand von Kriterien wie fachlicher, didaktischer und persönlicher Kompetenzen überprüfte eine studentische Jury die insgesamt 122 Nominierten. Preisträger des Lehrpreises 2012 sind Prof. Dr. Ralph Kriechbaum (Fakultät für Betriebswirtschaft), Prof. Dr. Michael Krödel (Fakultät für Angewandte Natur- und Geisteswissenschaften, Lehrgebiet Gebäudetechnik und -automation) sowie bereits zum zweiten Mal Prof. Dr. Uwe Strohbeck (Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen) und der Lehrbeauftragte Jonas Kessler (Fakultät für Innenarchitektur, Lehrgebiet Haustechnik).
Auffallend häufig begründeten die Studierenden ihre Nominierungen für die Preisträger mit der hohen fachlichen Kompetenz, dem starken Praxisbezug der Lehre und dem großen Engagement der Dozierenden. Wichtig für gutes Lehr- und Lernklima finden die Studierenden vor allem die Kommunikation auf Augenhöhe. Auflockerungen, die das Gehirn für komplexe Denkaufgaben vorbereiten, seien es Zaubertricks oder humorvolle Pausen, sehen die Studierenden ebenfalls sehr positiv. Dadurch macht das Lehren und Lernen für beide Seiten doppelt Spaß.
Eröffnet wurde der Tag der Lehre mit einem Vortrag von Prof. Dr. Rolf Arnold, Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik, insbesondere Berufs- und Erwachsenenpädagogik, an der TU Kaiserslautern. Sein Ansatz: Dozierende sollten immer mehr Lerncoach werden, weniger als Wissensvermittler agieren und Studierende noch gezielter an die selbstgesteuerte Wissensaneignung heranführen. Beispiele für anregendes und anwendungsorientiertes Lernen von Studierenden und wie gute Lehre umgesetzt werden kann, zeigten die Preisträger des vergangenen Jahres in ihren Lehreinblicken.
Für die Übergabe der mit je 1.000,- Euro dotierten Lehrpreise konnten die Preisstifter Ursula und Walter Schatt leider nicht persönlich anwesend sein. Sie ließen jedoch die Zusage überbringen, dass die Ursula und Walter Schatt-Stiftung auch im kommenden Jahr die Stiftung des Lehrpreises für die Hochschule Rosenheim übernimmt.
Hintergrundinformationen
Lernen und Lehren haben an der Hochschule Rosenheim einen hohen Stellenwert: In den vergangenen Jahren konnten in diesem Bereich viele neue Angebote geschaffen werden. Ziel der Initiative "Rosenheimer Qualität in der Rosenheimer Lehre", kurz "RoQ'n RoL" ist die Verbesserung der Lehr- und Lernsituation, z.B. durch die Entwicklung und Implementierung moderner Lehr-Lernwelten für Studierende, Austauschmöglichkeiten über gute Lehre und innovative Lehrideen mit allen Beteiligten der Hochschule und Qualifizierungsangeboten für Lehrende.
Die Hochschule Rosenheim ist zudem eine von bayernweit nur wenigen Hochschulen, die sich in beiden Runden des Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre ("Qualitätspakt Lehre") durchsetzen konnte. Zum einen mit dem "Rosenheimer Netzwerk Beratung" (R'N'B), das bedarfsspezifische Information, Betreuung und Beratung für Studierende und Studieninteressierte anbietet und so individuelle Studienerfolgsaussichten erhöhen und Studienabbrüchen vorbeugen soll. Zum anderen mit dem Verbundprojekt "Hochschuldidaktik Department für MINT-Fächer" (HD MINT) von sechs bayrischen Hochschulen, in dem die Hochschule Rosenheim federführend ist. Das Gesamtfördervolumen aller Projekte bis 2016 liegt bei weit über 7 Millionen Euro.