Biosensoren statt Tierversuche

Nachwuchsforscher der Hochschule Aschaffenburg erhält Hessischen Tierschutz-Forschungspreis 2012

Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich hat Andreas Daus (li.) von der Hoch- schule Aschaffen- burg mit dem hessischen Tier- schutzforschungspreis 2012 ausge- zeichnet.

Bereits zum vierten Mal wurde vergangene Woche der Hessische Tierschutzforschungspreis verliehen. Die hessische Umweltministerin, Lucia Puttrich, würdigte im Hessischen Landtag in Wiesbaden drei Forschungsarbeiten, die zu einem Ersatz von Tierversuchen durch Versuche an Zellkulturen oder durch Computersimulationen führen. Auch Arbeiten, die das Leiden der Versuchstiere minimieren oder zu einer Verringerung der Versuchstierzahl durch kluges Versuchsdesigns beitragen, wurden gewürdigt. Andreas Daus, Doktorand an der Technischen Universität Darmstadt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Aschaffenburg wurde für seine Untersuchungen zu „Biosensoren“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro verbunden.

In einem Kooperationsprojekt der Arbeitsgruppe von Prof. Paul Layer von der Technischen Universität Darmstadt und Prof. Christiane Thielemann von der Hochschule Aschaffenburg hat Andreas Daus ein neuartiges Biosensorsystem auf der Basis dreidimensionaler Zellkultursysteme entwickelt. Damit ist es künftig möglich, Aussagen über die Wirkung von pharmakologischen Substanzen oder ionisierender und nicht-ionisierender Strahlung auf biologisches Gewebe zu treffen und dabei auf Tierversuche zu verzichten. Die Forschungsergebnisse wurden bereits mehrfach in renommierten Journalen publiziert und auf internationalen Konferenzen vorgestellt.

„Die Entwicklung neuer Methoden in der pharmakologischen Wirkstoffsuche ist eine interdisziplinäre Herausforderung. Der Tierschutz-Forschungspreis zeigt, dass sich die enge Zusammenarbeit des Fachbereichs Biologie der TU Darmstadt und des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften der Hochschule Aschaffenburg lohnt und Früchte trägt. Der Tierschutz-Forschungspreis zeigt aber auch, dass sich Forschung und Ethik nicht gegenseitig ausschließen müssen“, so Andreas Daus nach der Preisverleihung.

Andreas Daus teilt sich den hessischen Tierschutz-Forschungspreis 2012 mit Dr. Sascha Meyer dos Santos vom Institut für Pharmakologie der Universität Frankfurt. Meyer dos Santos wurde für seine Forschung zur Verwendung von menschlichen Arterien aus Bypass-OPs statt Mäusen bei Versuchen ausgezeichnet. Eine Sonderauszeichnung ging an die Professoren Kleinekofort und Völklein von der Hochschule Rhein Main, die eine Alternativmethode zur Testung von Implantatoberflächen entwickelt haben, welche in Zukunft ebenfalls Versuche am und mit dem lebenden Tier ersetzen kann. Nach Auffassung der Jury sind alle ausgezeichneten Arbeiten von großer Bedeutung für den Tierschutz und bestechen durch ihren originellen und
innovativen Ansatz.

Seine Forschungsarbeiten stellt Andreas Daus im Januar ausführlich vor. In Kooperation mit der vhs Aschaffenburg bietet die Hochschule jedes Jahr eine Vortragsreihe zu wissenschaftlichen Themen. Der Vortrag von Andreas Daus mit dem Titel „Biosensoren – Nervenzelle trifft Mikrochip“ findet am Dienstag, dem 15. Januar 2013 in der Hochschule statt. Detaillierte Informationen zur Veranstaltung können dem Programm der vhs entnommen werden.

 

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