Deutsch-finnische Hochschulpartnerschaften
Die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind mit 2.000 Hochschulpartnerschaften in mehr als 100 Ländern international bereits sehr gut vernetzt. Mit 12.000 ausländischen Studierenden an den bayerischen Hochschulen zeigen sich diese für junge Talente aus dem Ausland als in besonderem Maße attraktiv. „Die internationale Vernetzung unserer bayerischen Hochschulen stellt mit Blick auf die Globalisierung ein zentrales hochschulpolitisches Ziel dar“, erklärt Prof. Dr. Uta M. Feser, Vorsitzende von Hochschule Bayern und Präsidentin der Hochschule Neu-Ulm. „Wir verfügen bereits über 70 bestehende Hochschulpartnerschaften mit finnischen Universities of Applied Sciences. Mit dieser Delegationsreise können finnische und bayerische Hochschulen sich noch besser vernetzen und bestehende sowie neue Kontakte mit Leben zu füllen“ so Prof. Dr. Feser weiter. Finnland verfügt mit 5,5 Mio. Einwohnern über weniger als die Hälfte der Bevölkerung Bayerns. Zugleich weisen die finnischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (engl. „University of Applied Sciences“ - UAS) mit 135.000 Studierenden aber mehr Studierende an diesem zukunftsträchtigen Hochschultyp auf (vgl. Bayern: 120.000).
Vernetzungstreffen mit finnischer Hochschulrektorenkonferenz
Die Mitglieder von Hochschule Bayern wurden in der Hauptstadt Helsinki zunächst vom Präsidenten der Rektorenkonferenz der finnischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Dr. Tapio Vermola, empfangen. Auf dem Reiseplan standen zudem Besuche an der mit über 16.000 Studierenden größten University of Applied Sciences (UAS), Metropolia in Helsinki sowie an den beiden UAS in Hämeenlinna und Tampere. Darüber hinaus informierten sich die Präsidentinnen und Präsidenten an der UAS in Turku, wo sich auch die Gelegenheit bot, den hochschulübergreifenden Gesundheitscampus kennenzulernen. Mit Blick auf die Digitalisierung als prägende Herausforderung der Zukunft tauschten sich die Delegationsmitglieder mit Vertretern des finnischen Digitalisierungsprojektes eAMK über die Herausforderungen und bereits erzielten Errungenschaften in der Digitalisierung aus.
Finnland als Partner für Forschungskooperationen
Sowohl an den bayerischen HAWs, als auch an den finnischen UAS, wird seit Jahren sehr erfolgreich anwendungsorientierte Forschung betrieben. Aufgrund des hohen Forschungsniveaus bietet sich Finnland – mit Blick auf mögliche Umbrüche in der europäischen Forschungslandschaft durch den bevorstehenden Brexit – zunehmend als wichtiger Partner für künftige EU-Forschungsprogramme dar. Prägend für die finnische Forschungslandschaft ist neben den Hochschulen das Technical Research Center (VTT), das zu den wichtigsten Organisationen für Auftragsforschung in Nordeuropa zählt und ebenfalls von der Delegation besucht wurde.
Hervorragender Ruf der Hochschulen durch hohen Stellenwert der Lehre
Die Delegation erhielt bei ihren Besuchen einen sehr positiven Eindruck und tiefen Einblick in das finnische Hochschulsystem. Das finnische Hochschulwesen ist durch die Differenzierung in zwei Hochschultypen vergleichbar mit dem Deutschlands. Der hervorragende Ruf des finnischen Bildungssystems bestätigte sich maßgeblich hinsichtlich der bereits erzielten Errungenschaften in der Digitalisierung sowie im insgesamt sehr hohen Stellenwert der Lehre, insbesondere an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Dies verdeutlicht auch die Strategie der finnischen Staatsregierung, Bildungskonzepte von der Vorschule bis zur Hochschule sehr erfolgreich ins Ausland zu exportieren.