Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch zeichnete gestern Abend in Rosenheim fünf Absolventinnen der Ingenieurwissenschaften für ihre hervorragenden Hochschulabschlüsse (Bachelor-, Master- Diplom- und Doktorarbeiten) aus. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit von Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. statt. Die mit 2.000 Euro dotierten Preise werden jährlich auf Vorschlag der Hochschulen vergeben. Heubisch betont: "Mit der Auszeichnung wollen wir ein Zeichen setzen und Frauen dazu ermutigen, ein ingenieurwissenschaftliches Studium aufzunehmen. Der Fachkräftemangel hierzulande lässt sich nur dauerhaft beheben, wenn wir das gesamte Potenzial unseres akademischen Nachwuchses ausschöpfen: das von Männern und von Frauen. Kein Land kann es sich leisten, auf das Know-how und die Kreativität von Frauen in den technischen Berufen zu verzichten." Brossardt ergänzt: "Wir gratulieren den Preisträgerinnen für ihre hervorragenden akademischen Leistungen. Sie haben nicht nur Qualität und Leistung gezeigt, sondern sie gehören zu den High Potentials ihrer Generation und sind wichtige Vorbilder für junge Frauen in einem immer noch männlich geprägten Berufszweig mit glänzenden beruflichen Perspektiven." Laut einer vbw Studie werden in Bayern bis 2015 rund 130.000 Akademiker, insbesondere in den sogenannten MINT-Fächer, fehlen. Brossardt weiter: "Deshalb ist es umso wichtiger, junge Frauen für ein Ingenieurstudium zu begeistern. Im Rahmen unseres Aktionsprogramms ,Fachkräftesicherung' fördern wir zahlreiche Projekte, wie ,Forscherinnen-Camps' oder ,Mädchen für Technik-Camps', um junge Frauen für Technik zu interessieren, damit sie später einen technischen Beruf oder ein Studium ergreifen." Heubisch zufolge würden sich immer noch zu wenige junge Frauen für ein technisches Studium entscheiden. So war im letzten Wintersemester knapp die Hälfte aller Studierenden weiblich. In den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen lag ihr Anteil aber nur bei etwa 20 Prozent. Heubisch: "Damit können wir uns nicht zufrieden geben. Wir müssen alles tun, um den Frauenanteil in diesem Studiengängen und beim wissenschaftlichen Nachwuchs zu steigern."
Die diesjährigen Preisträgerinnen sind:
- Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Stephanie Daniela Bobert für ihre Diplomarbeit "Programm mit graphischer Benutzeroberfläche zum einfachen, intuitiven Teach-In von Greifregionen für Objekte unterschiedlicher Komplexität durch manuelles Positionieren des Roboterarms" an der HAW Kempten
- Dr.-Ing. Isabelle Lecreps-Prigge für ihre Doktorarbeit "Physical mechanisms involved in the transport of slugs during horizontal pneumatic conveying" an der Technischen Universität München (Fakultät Ernährung, Landnutzung und Umwelt - Weihenstephan)
- Elke Pfeil (B. Eng.) für ihre Bachelor-Arbeit "Entwicklung eines Prototyps zur automatisierten hydraulischen Hochdruckregelung in Fertigungsanlagen" an der HAW Aschaffenburg
- Dipl.-Ing.Univ. Jasmin Weber für ihre Diplomarbeit "Entwurf und Validierung einer Dualband-Plattform zur drahtlosen Energieversorgung und Kommunikation für medizinische Sensorapplikationen" an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- Dipl.-Ing. (FH) Elisabeth Maria Michaela Winterstein für ihre Diplomarbeit "Marktanalyse als Basis einer kundenorientierten Produktentwicklung am Beispiel einer Schubladenspülmaschine: Auswertung mittels deskriptiver und multivariater Analysemethoden" an der HAW Rosenheim