Bayerische Hochschulen für angewandte Wissenschaften werden für innovative Konzepte zu „hochschule dual international“ prämiert

„Erweiterung des dualen Studiums mit internationalen Elementen hat für alle Beteiligten einen positiven Effekt.“

Das Wissenschaftsministerium hat heute gemeinsam mit den Bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbänden bayme vbm und der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. sechs Projekte bayerischer Hochschulen für angewandte Wissenschaften ausgezeichnet. Die Hochschulen hatten sich mit innovativen Konzepten bei dem bundesweit beispielhaften Projekt „hochschule dual international“ beworben. Die enge Kooperation zwischen den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und der Wirtschaft in der bayernweiten Initiative „hochschule dual“ startete im Sommersemester 2006. Die dualen Studiengänge bieten eine enge Kombination aus akademischer und berufspraktischer Ausbildung.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betonte: „Wir wollen mehr Studierende im dualen Studium mit internationalen Kompetenzen ausstatten und exzellente Studierende aus dem Ausland gewinnen. Die Hochschulen haben kreative Lösungen entwickelt, wie wir dieses Ziel erreichen können, auch um dem Fachkräftemangel gerade in den ingenieur- und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern zu begegnen.“

Der Leiter von hochschule dual und Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, Prof. Dr. Robert F. Schmidt, bekräftigt: „Die demographische Entwicklung und eine voranschreitende Internationalisierung der Unternehmen erfordern bei den bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften eine bedarfsorientierte Internationalisierungsstrategie. Mit dem einzigartigen Projekt ‚hochschule dual international‘ wollen wir uns weltweit ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten.“ Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer bayme vbm und vbw, zeigten sich überzeugt, dass das Projekt hochschule dual international hervorragend auf die Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes ausgerichtet ist und positive Effekte sowohl für Studierende, Unternehmen und den Wissenschaftsstandort haben wird.

Bertram Brossardt hebt hervor: „Als Exportland benötigen wir für die künftige wirtschaftliche Entwicklung Bayerns qualifizierte Nachwuchskräfte. Die Anforderungen an die Ausbildung der Fachkräfte sind auch durch die Globalisierung tendenziell gestiegen. Gleichzeitig reduziert der demografische Wandel die Anzahl an potentiellen Nachwuchskräften aus dem Inland. Um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayern weiterhin auf Erfolgskurs zu halten, sind innovative Projekte wie hochschule dual international deshalb ungemein wichtig.“

Kurbeschreibung der prämierten Projekte der Hochschulen für angewandte Wissenschaften

1. Hochschule für angewandte Wissenschaften Deggendorf

Das Projekt der Hochschule für angewandte Wissenschaften Deggendorf sieht verstärkte Englischkurse und interkulturelle Trainings besonders für duale Studierende sowie den Ausbau des bestehenden "Tandemprogramms" zwischen deutschen dual Studierenden und ausländischen Studierenden vor. Desweiteren ist ein Ausbau der Services für Unternehmen und dual Studierende geplant, um die Internationalität der dual Studierenden zu unterstützen und diese auf Praxisphasen im Ausland vorzubereiten.

2. Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm

Das Projekt der Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm möchte sowohl Auslandsaufenthalte von dual Studierenden im Ausland fördern als auch ausländische Studierende für Praxisphasen bei deutschen Unternehmen anwerben. Ziel ist es, einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten und die Unternehmen bei der Suche nach hochqualifiziertem Nachwuchs zu unterstützen. Hierzu werden Unternehmen gesucht, die das Vorhaben unterstützen.

3. Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg verknüpft mit ihrem Projekt "Jambadua" die beiden wichtigen Halbleitertechnologiezentren Regensburg und Penang in Malaysia. In enger Abstimmung mit den an beiden Standorten vertretenen Unternehmen Osram, Infineon und Continental und unseren Partneruniversitäten UTAR und USM in Malaysia wird ein wechselseitiger Austausch von dualen Studierenden, insbesondere im dualen Bachelorstudiengang Mikrosystemtechnik (im "Regensburger Modell der Siemens Professional Education" mit gleichzeitigem IHK-Abschluss im Beruf Elektroniker/in für Betriebstechnik) ermöglicht. In einem weiteren Schritt wird der interdisziplinäre Masterstudiengang "Electrical and Microsystems Engineering" zu einem international ausgerichteten dualen Studiengang mit Doppelabschluss ausgebaut. Zwischen Regensburg und der Region Penang bieten sich damit einzigartige Chancen in der wechselseitigen internationalen Zusammenarbeit von Hochschulen und Industrie.

4. Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Nürnberg

Das Projekt der Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Nürnberg zielt darauf ab, über ein berufspraktisches Semester, Bachelorstudierende aus anderen Ländern für ein duales Masterstudium für die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg und Unternehmen in der Metropolregion Nürnberg zu gewinnen sowie duale Double Degree Programme mit Partnern zu realisieren. Studienschwerpunkte sollen im Technikbereich liegen. Die Hochschule koordiniert mit Unterstützung des Fördervereins I.C.S. e.V. die Vermittlung in die Unternehmen sowie die Vorbereitung und Betreuung der Studierenden an den Heimathochschulen und in Nürnberg selbst.

5. Verbundprojekt der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Landshut und Rosenheim

Geschaffen werden sollen duale Masterstudiengänge in technisch-ingenieurwissenschaftlichen Fächern, die speziell auf ausländische Studierende zugeschnitten sind. Rosenheim plant die Einführung eines internationalen weiterbildenden Studienganges im Fach Mechatronik. An der Hochschule Landshut sollen technisch-ingenieurwissenschaftliche Fächer im Vordergrund stehen. Die Studierenden werden von Unternehmen für das Programm rekrutiert. Als Kooperationspartner erhalten sie dabei ein Gesamtpaket, zu dem neben dem 3- bis 5-semestrigen Masterstudium auch eine einjährige Pre-Qualification-Phase im Unternehmen mit berufsbegleitender Sprachfestigung an der Hochschule Landshut gehört.

6. Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt

Im Rahmen des Förderprogramms "Internationalisierung der Hochschulen - hochschule dual international" war die Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt mit dem Projektantrag "HD-IN2" erfolgreich. HD-IN2 zielt in der ersten Phase darauf ab, zusammen mit Unternehmen qualifizierte ausländische Studierende dual auszubilden, die nach ihrem Studium vorrangig in den Fertigungsstätten der Unternehmen im Ausland eingesetzt werden sollen. In einer zweiten Phase sollen auch internationale Dualstudierende zur Deckung des Fachkräftemangels in Deutschland ausgebildet werden. Projektpartnerschaften sind geplant mit der Audi AG, CASSIDIAN, der Siemens AG und der Zuliefererindustrie.

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