20 Jahre Hochschule Bayern - 20 Jahre angewandte Zukunft

Hochschulverband feiert Jubiläum mit Gästen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft – Rückblick auf die Entwicklung der bayerischen Hochschulen (HAW/TH) und Perspektiven für die Innovationskraft von morgen.

Der Vorstand von Hochschule Bayern zusammen mit Wissenschaftsminister Markus Blume. Foto: Matthias Leo

Am 23. Oktober 2026 hat Hochschule Bayern sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt über den Dächern von München im Werksviertel gefeiert. Mehr als 150 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen zusammen, um auf zwei Jahrzehnte gemeinsamer Hochschulpolitik zurückzublicken und angewandte Zukunft zu feiern.

20 Jahre gemeinsame Stimme – 20 Jahre Hochschulentwicklung

Seit seiner Gründung im Jahr 2006 ist Hochschule Bayern die zentrale Interessenvertretung der staatlichen und kirchlichen Hochschulen (HAW/TH) in Bayern. Als starker Verhandlungspartner und zukunftsgerichteter Impulsgeber der Hochschulpolitik tritt der Verbund seit zwei Jahrzehnten für die Interessen der Hochschulen ein. Maßstab ist stets, ihre Leistungsfähigkeit zu stärken und damit die Innovationsfähigkeit Bayerns zu fördern. Auf diesem Weg hat Hochschule Bayern wichtige Reformen begleitet und gestaltet.

Heute studieren erstmals mehr als 130.000 Menschen an den 19 Mitgliedshochschulen. An mehr als 80 Standorten und mit 52 Technologietransferzentren tragen die Hochschulen (HAW/TH) Wissen in Unternehmen und Regionen; 22 Promotionszentren eröffnen zusätzliche wissenschaftliche Karrierewege. Hochschule Bayern verbindet dabei die Eigenständigkeit seiner Mitglieder mit einer gemeinsamen hochschulpolitischen Stimme.

Begrüßung durch Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair

In seiner Begrüßung dankte Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Vorsitzender von Hochschule Bayern und Präsident der Technischen Hochschule Augsburg, Staatsminister Markus Blume, den Beschäftigten des Wissenschaftsministeriums sowie den Abgeordneten des Bayerischen Landtags für ihre Unterstützung und die konstruktive Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Mit einem kurzen Sozialexperiment lenkte er den Blick auf die Bedeutung von Zukunftsoptimismus: Gerade angesichts großer Herausforderungen gelte es, Zuversicht zu bewahren und Veränderungen auch als Chance zu begreifen. Die erfolgreiche Entwicklung der Hochschulen in den vergangenen 20 Jahren zeige, welches Potenzial in diesem Gestaltungswillen liege. Rohrmair betonte: „Optimismus ist nicht die Überzeugung, dass alles gut wird. Optimismus ist die Überzeugung, dass wir etwas dafür tun können. Unsere Hochschulen sind Orte, an denen dieser Gestaltungswille jeden Tag gelebt wird. Seit 20 Jahren zeigt Hochschule Bayern, was möglich ist, wenn wir unsere Kräfte bündeln, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Unser größter Erfolg sind dabei die Menschen, denen wir Wissen, Fähigkeiten und Mut mit auf den Weg geben, damit sie ihre eigene und unsere gemeinsame Zukunft gestalten können.“

Grußworte Dorothee Bär und Festrede Markus Blume

Anschließend gratulierte Bundesministerin Dorothee Bär in einer Videobotschaft Hochschule Bayern zum 20-jährigen Bestehen und würdigte die Bedeutung der Hochschulen (HAW/TH) für die Innovationsdynamik Deutschlands. Sie leisteten einen entscheidenden Beitrag zur technologischen Wettbewerbsfähigkeit und zum Erfolg der Hightechrepublik Deutschland. Zugleich kündigte Bär an, sich dafür einzusetzen, die Hochschulen im Rahmen der Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG) weiter zu stärken.

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, würdigte in seiner Festrede die Erfolgsgeschichte der Hochschulen in Bayern und die enge Zusammenarbeit zwischen dem Hochschulverbund und dem bayerischen Wissenschaftsministerium: „Seit 20 Jahren ist Hochschule Bayern ein mächtiger Anwalt, durchsetzungsstarker Interessenvertreter und schlagkräftiger Lobbyist für die Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen in Bayern – kurz: eine der wichtigsten Stimmen der bayerischen Wissenschaftslandschaft. Die beeindruckende Weiterentwicklung der HAWen in Bayern geht auf den Hochschulverbund als starken Ideengeber zurück. Unsere Hochschulen sind heute Innovationsmotoren für ganz Bayern – praxisnah, forschungsstark und fest in ihrer Heimat verwurzelt. Mit der Hightech Agenda Bayern, dem eigenständigen Promotionsrecht und unserem einzigartigen Netz an Technologietransferzentren haben wir gemeinsam neue Maßstäbe gesetzt. Auch in Zukunft setze ich auf diese großartige Innovationspartnerschaft. In diesem Sinne: Ad multos annos und herzlichen Dank an alle, die diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben!“

Würdigung für Prof. Dr. Walter Schober

Ein besonderer Programmpunkt galt Prof. Dr. Walter Schober, Präsident der Technischen Hochschule Ingolstadt. Für seine herausragenden Verdienste um die bayerischen Hochschulen zeichnete Wissenschaftsminister Markus Blume den langjährigen Vorsitzenden von Hochschule Bayern mit „PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM“, der höchsten Auszeichnung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, aus. Schober gehörte dem Vorstand zehn Jahre an, zunächst von 2016 bis 2020 als stellvertretender Vorsitzender und anschließend bis 2026 als Vorsitzender. Besondere Verdienste erwarb er sich unter anderem bei der Konzeption des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes, dessen Ausgestaltung er als maßgeblicher Treiber voranbrachte – stets mit Blick auf das Innovationspotenzial und die Entwicklungsmöglichkeiten der Hochschulen. Wissenschaftsminister Blume: „Dazu haben Sie Ihre Leidenschaft für die Hochschulen auch über die THI hinaus als Präsident von Hochschule Bayern in die Verbandsarbeit getragen und sind so zum „Mister HAW“ geworden. Sechs sehr erfolgreiche Jahre standen Sie an dessen Spitze. Gerade in Zeiten großer Veränderungen haben Sie den 19 Hochschulen eine starke Stimme gegeben und mit dem eigenständigen Promotionsrecht einen historischen Durchbruch für die HAW erreicht. Ihr Wirken steht für Gestaltungswillen, Weitblick und den Anspruch, Hochschulen gemeinsam voranzubringen.“

Wie wird aus Wissen Innovation – und aus Innovation Wohlstand?

Den Blick auf die kommenden Jahrzehnte richtete Witold L. Kopytynski, Absolvent der Technischen Hochschule Ingolstadt und heute beim World Economic Forum in Genf tätig. Der gebürtige Argentinier hatte in Ingolstadt studiert und später das Technologieunternehmen arculus mitgegründet. In seinem Impuls ging er der Frage nach, wie internationale Talente, anwendungsorientierte Bildung und unternehmerische Initiative zur Wettbewerbsfähigkeit Bayerns beitragen können.

Im anschließenden Bühnengespräch diskutierte Kopytynski mit Emma Graupner von der Technischen Hochschule Rosenheim, welche Erwartungen junge Talente an Hochschulen und Unternehmen richten und welche Voraussetzungen Bayern schaffen muss, damit Wissen schneller in Innovation und wirtschaftliche Wertschöpfung umgesetzt wird.

Emma Graupner betonte im Bühnengespräch die Bedeutung von Mentoren, die junge Talente auf ihrem Weg ermutigen und inspirieren. Insbesondere Professorinnen und Professoren könnten durch ihre Begeisterung und ihr Vertrauen in die Fähigkeiten junger Menschen entscheidende Impulse geben. Wer davon überzeugt sei, etwas bewirken zu können, schaffe die Voraussetzung dafür, neue Ideen zu entwickeln und Veränderungen aktiv voranzutreiben.

Alumni zeigen die Wirkung der Hochschulen

Weitere Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen (HAW/TH) kamen in Videobotschaften zu Wort. Ihre unterschiedlichen beruflichen Wege veranschaulichten, welche Perspektiven ein Studium an einer bayerischen Hochschule eröffnet und wie Hochschulbildung weit über den Campus hinaus in Wirtschaft und Gesellschaft wirkt.
Das Jubiläum verband damit den Rückblick auf 20 Jahre Verbandsarbeit mit einer klaren Zukunftsperspektive: Die Mitgliedshochschulen werden ihre Rolle als Bildungs- und Forschungsstandorte sowie als Partner für Innovation und Transformation weiter stärken.

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