„Wir sind viele und wir sind überall“

Hochschule Bayern präsentiert im Arbeitskreis Wissenschaft und Kunst der CSU-Landtagsfraktion Ideen zur Hochschulentwicklung.

Foto: CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag

Seit der Landtagswahl im Herbst 2013 bereichern viele neue Mitglieder den Arbeitskreis Wissenschaft und Kunst der CSU-Landtagsfraktion. Ein gegenseitiges Kennenlernen des Arbeitskreises und Hochschule Bayern e.V. sowie ein thematischer Austausch boten sich hier an. Oliver Jörg, Landtagsabgeordneter und Arbeitskreisvorsitzender, begrüßte so Anfang Mai die Mitglieder des Hochschulverbunds zu einer ersten gemeinsamen Sitzung in der Kellerstube des bayerischen Landtags. Nahezu alle Präsidentinnen und Präsidenten der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) waren der Einladung gefolgt.  Auch bei den Abgeordneten stieß die Veranstaltung auf großes Interesse. Neben den Arbeitskreismitgliedern Oliver Jörg, Bernd Kränzle, Dr. Gerhard Hopp, Helmut Radlmeier, Robert Brannekämper, Alex Dorow, Michael Brückner und Manuel Westphal wohnten auch die Abgeordneten Alexander König, Prof. Dr. Gerhard Waschler, Tanja Schorer-Dremel sowie Jürgen Ströbel dem lebhaften Gespräch bei. Gleich zu Beginn betonte Jörg, dass in der aktuellen Legislaturperiode im Hochschulbereich eine lange To-Do-Liste auf ihre Umsetzung warte. Umso wichtiger sei für ihn derzeit die Schwerpunktsetzung. Gleich zu Beginn der Diskussion lobte er auch noch die großen Anstrengungen der HAW bei den Ausbauplanungen. „Die Hochschulen liegen hier insgesamt 30 Prozent über ihrem Soll. Meine Glückwünsche, dass die bayerischen HAW hier so attraktiv für die Studieninteressenten sind.“

Prof. Dr. Michael Braun, Vorsitzender von Hochschule Bayern und Präsident der Technischen Hochschule Nürnberg bedankte sich auch im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen herzlichen für die Einladung: „Es freut uns, dass die Anstrengungen der Hochschulen der letzten Jahren wahrgenommen werden. Auch haben viele unserer drängenden Themen bereits in der Politik Gehör gefunden. Es bleibt aber noch viel zu erledigen. Heute möchten wir daher mit Ihnen im Namen aller bayerischen HAW vorrangig folgende Kernthemen diskutieren: Finanzierung, Internationalisierung, Promotion und Dezentralisierung.“

Hochschulfinanzierung

Trotz der Erfolge bei der Ausbauplanung dürfe laut Jörg die weitere personelle und räumliche Entwicklung der Hochschulen natürlich nicht vergessen werden. „Wir sehen die Diskrepanz zwischen den HAW und den Universitäten“, betonte er und stellte eine sukzessive Verbesserung der Ausstattung der HAW in Aussicht. Prof. Dr. Michael Kortstock, Präsident der Hochschule München, nutzte dieses Zugeständnis für einem Hinweis auf die aktuelle Situation der Hochschulen in der Grundfinanzierung: „Die bayerischen HAW benötigten etwa 64 Million Euro zusätzlich im Jahr, um pro Studierenden über die gleiche Grundfinanzierung wie die HAW in Baden-Württemberg zu verfügen.“ Und auch im Masterbereich bestünde Kortstock zufolge eine starke Handlungsnotwendigkeit bei der Ausfinanzierung der Studienplätze für eine angemessene Zahl an Studierenden. „Für 50 Prozent aller Absolventen der bayerischen HAW sollte dort ein Masterplatz angeboten werden“, forderte er. „Damit würde zusätzlich ein weiterer hochattraktiver Zugang für Studieninteressenten aus anderen Bundesländern und dem Ausland eröffnet.“ Laut Jörg müsse neben der Grundfinanzierung der Hochschulen auch der Bauunterhalt aller Hochschuleinrichtungen deutlich auf über 400 Millionen Euro aufgestockt werden. „Wenn die Ziegel vom Dach fliegen, lassen Sie es doch auch nicht hereinregnen und warten auf den nächsten Doppelhaushalt“, unterstützte Braun die Forderung nach einem größeren Etat für den Bauunterhalt. Gleichzeitig verdeutlichte er die Notwendigkeit einer größeren Flexibilität der Hochschulen vor allem auch bei kleineren, kurzfristig notwendig werdenden Baumaßnahmen.

Internationalisierung

„Die bayerischen HAW werden neben Studieninteressenten aus anderen Bundesländern auch immer attraktiver für internationale Studierende“, griff Prof. Dr. Jürgen Lehmann, Präsident der Hochschule Hof, den Gedanken seines Kollegen Kortstock wieder auf. „Darüber freuen wir uns, es muss aber noch viel getan werden, um international wirklich wettbewerbsfähig zu werden.“ Gerade ausländische Studierende benötigten so zu Beginn eine deutlich stärkere Betreuung. Die Erhebung von Service-Gebühren von internationalen Studentinnen und Studenten würde es den Hochschulen kostenneutral ermöglichen, vielfältige Willkommensdienstleistungen anzubieten. 

Promotion

Prof. Dr. Walter Schober, Präsident der Technischen Hochschule Ingolstadt, stellte die Ideen des Hochschulverbunds zur Weiterentwicklung der Promotionsmöglichkeiten in Bayern vor. „Um die Durchlässigkeit des Hochschulbildungssystems zu gewährleisten, wollen wir unseren Studierenden mit dem Bachelor, dem Master und der Promotion ein durchgängiges Qualifizierungsangebot machen“, betonte Schober. „Aktuell bilden die HAW in Bayern zwei Drittel aller Ingenieure aus. Aber nur ein Prozent der Promovierenden in Bayern haben einen HAW-Abschluss. Der Schwerpunkt der kooperativen Promotionen liegt außerhalb Bayerns. Als Technologiestandort benötigt Bayern in Ergänzung zu den bislang bestehenden Modellen dringend eine Antwort auf die Entwicklungen der anderen Bundesländer im Bereich des Promotionsrechts – dies zur Schärfung des Profils der HAWs und zur Sicherung deren nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit.“

Dezentralisierung

„Wir sind viele und wir sind überall.“ Mit markigen Worten leitete Braun die Diskussion auf die Dezentralisierung der Hochschulen. „Für die bayerischen HAW spricht nichts gegen die Errichtung von weiteren Lernorten im Bereich der Weiterbildung und von zusätzlichen Technologietransferzentren. Außenstellen im Bereich der grundständigen Lehre sollten jedoch - wenn überhaupt - nur unter äußerst strengen Voraussetzungen angedacht werden“, machte er die mehrheitliche Position des Hochschulverbunds sofort klar. „Letztere dürften bestehende Standorte nicht kanibalisieren und müssen zwingend eine kritische Masse an Studierenden erreichen. Auch darf ihre Finanzierung nicht zu Lasten der bestehenden Haushalte gestemmt werden.“ Jörg signalisierte hier sein Verständnis. „Wir wollen keine völlige Zergliederung der bayerischen HAW-Landschaft“, erwiderte er und beendeten den Austausch mit den Worten: „Aber wir sollten in allen Bereichen offen für spannende, neue Ideen sein und Lösungen im engen Konsens zwischen Politik und Hochschulen suchen.“

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