Hochschule 2030 - Zukunft sichern, Zukunft gestalten

Strategiepapier von Hochschule Bayern e.V.

Hochschule 2030

Strategiepapier von Hochschule Bayern e.V.

Präambel

Die Welt ist im Umbruch: Pandemie, internationale Konflikte, Energiekrise, Klimawandel, Inflation und Rezession sowie Disruptionen in Wirtschaft und Gesellschaft stellen auch den Freistaat Bayern vor Herausforderungen. Die Aufgabe der Hochschulen ist es, die…

Präambel

Die Welt ist im Umbruch: Pandemie, internationale Konflikte, Energiekrise, Klimawandel, Inflation und Rezession sowie Disruptionen in Wirtschaft und Gesellschaft stellen auch den Freistaat Bayern vor Herausforderungen. Die Aufgabe der Hochschulen ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Bayern zu erhalten sowie Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

Mit 120.000 Studierenden und 6.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technische Hochschulen (HAW/TH) ein zentraler Treiber für regionale Einwicklungsprozesse. Sie sind verlässliche Bildungs- und Innovationspartner und tragen in Schlüsselbereichen wie den Ingenieurwissenschaften und der Informatik mit der Ausbildung von mehr als der Hälfte des akademischen Nachwuchses entscheidend zur Zukunftssicherung Bayerns bei.

Die Hochschule von heute kann aber nicht die Hochschule von morgen sein. Beeinflusst von externen Veränderungen, aber auch von den Chancen, die Hightech Agenda und BayHIG bieten, müssen sich Hochschulen weiterentwickeln. Fest verankert in Lehre und Forschung, in Theorie und Praxis, in Regionen und Metropolen wirken sie als Katalysatoren für den Transfer von Ideen und Innovationen, die weit über ihr unmittelbares Umfeld hinausreichen. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag für den Erfolg Bayerns und zum Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger.

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Fachkräftemangel und demografischer Wandel – Hochschulen qualifizieren für den Arbeitsmarkt

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im Jahr 2023 1,7 Millionen offene Stellen in Deutschland ermittelt. Der Fachkräftemangel bremst das Wirtschaftswachstum und…

Fachkräftemangel und demografischer Wandel – Hochschulen qualifizieren für den Arbeitsmarkt

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im Jahr 2023 1,7 Millionen offene Stellen in Deutschland ermittelt. Der Fachkräftemangel bremst das Wirtschaftswachstum und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Besonders betroffen sind die IT-Branche, der Maschinenbau und die Elektrotechnik. Allein in Bayern gab es im Jahr 2023 über 100.000 offene Stellen im MINT-Bereich.

Der seit über einem Jahrzehnt bestehende Fachkräftemangel verschärft sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Ausscheidens der Babyboom-Jahrgänge weiter: Bis 2030 werden deutschlandweit 9 Millionen Erwerbstätige aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden – nur 6 Millionen werden nachkommen.

Die Hochschulen arbeiten kontinuierlich daran, Studierende nicht nur aus Bayern, sondern aus ganz Deutschland zu gewinnen. Das reicht jedoch nicht aus, um den Bedarf an akademisch qualifizierten Fachkräften zu decken. Zusätzlich müssen mehr internationale Studierende ausgebildet und in den bayerischen Arbeitsmarkt integriert werden. Die bayerischen Hochschulen haben deshalb englischsprachige Studiengänge implementiert, die Talente aus aller Welt anziehen und ausbilden. Die Zahl der internationalen Studierenden hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Angebote wie interkulturelle Trainings und Sprachkurse fördern die Integration internationaler Studierender. So entsteht an den HAW/TH ein Pool qualifizierter internationaler Absolventinnen und Absolventen für den bayerischen Arbeitsmarkt.

Lebenslanges Lernen ist eine weitere tragende Säule im Kampf gegen den Fachkräftemangel. In einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt müssen Fachkräfte ihre Fähigkeiten kontinuierlich erweitern, um mit den neuesten Entwicklungen in ihrem Bereich Schritt zu halten. HAW/TH decken diesen wachsenden Weiterqualifizierungsbedarf zunehmend durch zielgruppenspezifische Angebote ab und betrachten dies als zentrale Aufgabe ihrer anwendungsorientierten Lehre.

Um den Anforderungen des Arbeitsmarkts durch innovative akademische Angebote gerecht zu werden, ist politische Unterstützung unerlässlich. Diese reicht von der finanziellen Förderung der Etablierung von internationalen Welcome-Centern an Hochschulen, der Förderung des Ausbaus studentischen Wohnraums, der Verschlankung bürokratischer Prozesse bis hin zur strukturierten Entwicklung von Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen mit dem Ziel, quantitative und qualitative Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.

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Technologischer Wandel und Künstliche Intelligenz – Hochschulen sind Vorreiter der digitalen Transformation und Wissensvermittler

Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technische Hochschulen entwickeln und gestalten technologische Innovationen. Mit ihrem Fokus auf…

Technologischer Wandel und Künstliche Intelligenz – Hochschulen sind Vorreiter der digitalen Transformation und Wissensvermittler

Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technische Hochschulen entwickeln und gestalten technologische Innovationen. Mit ihrem Fokus auf angewandter Forschung schaffen sie im Schulterschluss mit regionalen Unternehmen den Transfer von Ideen und Innovationen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen. Sie fördern Unternehmergeist und sichern an über 80 Standorten die Vitalität und Wirtschaftskraft Bayerns.

Die digitale Transformation und insbesondere die Nutzung der Potenziale der Künstlichen Intelligenz (KI) spielen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des technologischen Wandels. Investitionen in Hochschulen sind Investitionen in die Transformation unserer Gesellschaft und Wirtschaft – und damit in den Fortschritt und die Innovationskraft Bayerns.

Ein Schlüsselelement der digitalen Transformation ist die Vermittlung digitaler Kompetenzen. Digitale Bildung und die Fähigkeit, neue Technologien zu schaffen und anzuwenden, sind unverzichtbar. Die bayerischen Hochschulen entwickeln Studiengänge und Weiterbildungsangebote in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cyber Security, Data Science und Big Data. Sie forschen in den Bereichen digitaler Technologien, insbesondere zur Künstlichen Intelligenz und sichern den Weg in die Anwendung. Sie liefern Unternehmen damit aber auch über akademisch qualifizierte Absolventinnen und Absolventen wertvolle Impulse, um die Potenziale der Digitalisierung auszuschöpfen.

Die Hochschulen sind aber nicht nur Innovationsmotoren, sondern auch wichtige Instanzen, um die Akzeptanz neuer Technologien zu fördern. Mit agiler Wissenschaftskommunikation übernehmen sie Verantwortung und schaffen Sicherheit durch wissenschaftsorientierte Faktenvermittlung.

Um ihre Vorreiterrolle in der digitalen Welt weiter auszubauen, ist es für die Hochschulen essenziell, künstliche Intelligenz in den Hochschulbetrieb zu integrieren. Dies kann beispielsweise durch die Nutzung von KI-Tools zur Verbesserung der Lehre oder zur Optimierung von Forschungs- und Verwaltungsprozessen geschehen.

Um den digitalen und technologischen Wandel in ihren jeweiligen internen und externen Wirkungsbereichen erfolgreich gestalten zu können, benötigen die Hochschulen nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch ein Mehr an Gründerförderung, kommunalen und betrieblichen Kooperationen sowie Technologietransferzentren und Testfelder zur Erprobung von Innovationen.

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Grüne Innovationen – Hochschulen gestalten nachhaltige Zukunft

Der Klimawandel verursacht in Deutschland bis zur Mitte des Jahrhunderts volkswirtschaftliche Folgekosten von bis zu 900 Milliarden Euro. Zur Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie zur Reduzierung der…

Grüne Innovationen – Hochschulen gestalten nachhaltige Zukunft

Der Klimawandel verursacht in Deutschland bis zur Mitte des Jahrhunderts volkswirtschaftliche Folgekosten von bis zu 900 Milliarden Euro. Zur Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie zur Reduzierung der Folgen des Klimawandels treiben die Hochschulen Bildung für nachhaltige Entwicklung und Innovationen voran. Mit Forschung in Schlüsselbereichen wie erneuerbare Energien, klimaneutraler Mobilität oder innovative Gebäudetechnologien leisten sie einen Beitrag zur Transformation zur Nachhaltigkeit und positionieren Bayern als Standort für zukunftsweisende Technologien.

Hochschulen fördern als Bildungseinrichtungen umwelt- und klimafreundliches Denken und Handeln. Sie entwickeln im Rahmen ihres gesamtinstitutionellen Ansatzes u.a. neue Studiengänge und Weiterbildungsangebote, die ökologisches Bewusstsein schärfen, und integrieren Nachhaltigkeitsthemen in ihre Lehrpläne und ihren Betrieb.

Zudem gehen die Hochschulen mit Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog: In Veranstaltungen, Publikationen und über Soziale Medien sensibilisieren sie für die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns. In öffentlichkeitswirksamen Initiativen untermauern sie ihr Bekenntnis zu verantwortungsvollem Handeln und nehmen eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft ein.

Dies kann jedoch nur ein Anfang sein. Um ihre Aktivitäten auszubauen, brauchen die Hochschulen politische Unterstützung: Dazu gehört die Auslobung zusätzlicher Forschungsmittel ebenso wie die finanzielle Förderung der Einführung interdisziplinärer Studiengänge und Weiterbildungsangebote zu Nachhaltigkeit und Umwelt- und Klimaschutz. Auch der konsequente Umbau der Hochschulgebäude und -infrastruktur hin zur Klimaneutralität ist eine Herausforderung, die massive finanzielle Ressourcen und Investitionen erfordert.

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Sozialer Wandel – Hochschulen sichern Zusammenhalt

Die Sicherung des Wohlstands ist Basis für eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, aber auch fehlende Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts bedrohen diesen Wohlstand.…

Sozialer Wandel – Hochschulen sichern Zusammenhalt

Die Sicherung des Wohlstands ist Basis für eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, aber auch fehlende Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts bedrohen diesen Wohlstand. Zukunfts- und Abstiegsängste in der Bevölkerung spielen Extremisten in die Hände und gefährden unsere demokratische Grundordnung.

Hochschulen bilden die Verantwortungsträger der Zukunft aus. Sie sind mehr denn je gefordert, kritisches Denken zu fördern und den Einsatz für die Werte unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung vorzuleben und zu vermitteln. Dies gelingt, indem studiengangübergreifend soziale und gesellschaftliche Kompetenzen gefördert werden. Dazu bedarf es spezifischer Lehrangebote, Netzwerkbildung und der Verzahnung regionaler Gemeinschaften und sozioökonomischer Entwicklungen in vielfältigen Beziehungen zwischen Hochschule und Gesellschaft. Hochschulen haben die zentrale Aufgabe, durch Bildungsgerechtigkeit, Wissenschaftskommunikation und ihr Agieren im öffentlichen Raum sozialen Wandel und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Geostrategisch sind es auch die Hochschulen, die durch internationalen Austausch und Kooperation über Ländergrenzen hinweg kulturelle und politische Andersartigkeit überwinden und Kommunikation über Konfrontation stellen.

Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt national und international zu sichern, bedarf es gezielter und beherzter politischer Maßnahmen, die neben fachlichen auch überfachliche und soziale Kompetenzen fördern und Hochschulen zu Räumen internationaler und interkultureller Kommunikation und Vielfalt entwickeln.

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Ressourcen – Investitionen in Hochschulen sichern Bayerns Zukunft

Die bayerischen Hochschulen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der technologischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Gesell- schaft. Um diese Aufgaben bewältigen zu…

Ressourcen – Investitionen in Hochschulen sichern Bayerns Zukunft

Die bayerischen Hochschulen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der technologischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Gesell- schaft. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, benötigen sie aufgabenadäquate finanzielle und personelle Ressourcen.

Die Verstetigung der Stellen und Mittel aus der Hightech-Agenda ist ein wichtiger Meilen- stein, um die Forschungsstärke der Hochschulen abzusichern. Im Bereich der Lehre belas tet die Hochschulen der seit Jahren fehlende Inflationsausgleich. Dieser kann aufgrund der eingeschränkten Grundfinanzierung von den Hochschulen nicht mehr kompensiert wer den. Dies trifft insbesondere die HAW/TH, die in den vergangenen 15 Jahren einen wesent lichen Beitrag zur Bewältigung der hohen Studierendenzahlen in Bayern geleistet haben. Eine Aufstockung der Ausbaumittel im Umfang von jährlich mindestens 50 Millionen € ab 2024 und eine anschließende Dynamisierung sind deshalb unerlässlich. Daneben ist eine zügige Überführung der Stellen aus der Ausbauplanung in das Personalsoll A erforderlich, um der Inflationsfalle zu entrinnen, in der die Hochschulen aktuell stecken.

Neben einer angemessenen Grundfinanzierung ist die Finanzierung der Universitäten und HAW/TH auf eine leistungs- und belastungsorientierte Budgetzuweisung umzustellen, die Drittmittelanreize schafft sowie eine transparente, hochschul(art)-übergreifend ergebnisorientierte Mittelverteilung des Staatshaushalts sichert.

Daneben sind an den aktuellen Zukunftsaufgaben orientierte, befristete Sonderprogramme aufzulegen, um aktuelle Herausforderungen wie die Integration ausländischer Studierender zur Abfederung des Fachkräftemangels, die Digitalisierung von Lehre und Hochschulverwaltung oder die Entwicklung von Testfeldern zur Erprobung von Innovationen und Gründerförderung bewältigen zu können.

Neben einer angemessenen Finanzausstattung der Hochschulen, zu der auch massive Investitionen in die staatlichen Bauten zur Sicherung der Funktionsfähigkeit und zur Schaf- fung der Klimaneutralität zählen, ist die Flexibilisierung in der Finanzmittelverwendung eine Zukunftsaufgabe. Dazu zählt eine moderne Rechnungslegung der Hochschulen bis hin zur Doppik ebenso wie die Etablierung eines Globalbudgets. Damit wird insbesondere in Zeiten knapper Haushaltsmittel eine effiziente Mittelbewirtschaftung durch die Hochschulen ermöglicht. Die Hochschulen werden so in die Lage versetzt, ihre gesellschaftlichen Aufgaben effizient und effektiv zu bewältigen – für den Erfolg des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Bayern und zum Wohle seiner Bürgerinnen und Bürger.

Das vollständige Strategiepapier zum Download:

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