Positionspapier Hochschulentwicklung 2025

Bayerische Hochschulen für angewandte Wissenschaften an die bundesweite Spitze

Vision 2025

Rund 50 Jahre nach Gründung der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind wir bundesweit die besten Hochschulen für praxisorientierte akademische Qualifizierung, angewandte Forschung und Transfer von Innovationen in die Gesellschaft.

Gesellschaftliche Rolle

Zur nachhaltigen Sicherung seiner Zukunftsfähigkeit strebt der Freistaat Bayern eine nationale und internationale Führungsposition in Bildung, Wissenschaft und Forschung an. Ein vielfältiges und leistungsfähiges Hochschulsystem ist dabei Grundlage internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Neben exzellenten Universitäten gehören dazu innovative Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW). Die bayerischen HAWs stehen für eine praxisorientierte und zukunftsgeleitete Qualifizierung und Weiterbildung von akademischen Fach- und Führungskräften. Mit anwendungsorientiertem Forschungs- und Technologietransfer gestalten sie in ihrem Umfeld Innovationen und gesellschaftliche Entwicklungen. Intensive Kooperationen der HAWs mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft sind ein Eckpfeiler für die Vitalität und Wirtschaftskraft Bayerns und sichern gleiche Lebensbedingungen in Metropolen und Regionen.

Ausgangssituation

Die bayerischen HAWs sind starke, wettbewerbsfähige und erfolgreiche Hochschulen. In den letzten 15 Jahren haben sie ihre Studierendenzahl von 74.000 auf 123.000 überproportional ausgebaut. Heute bilden die HAWs in Schlüsselbereichen wie dem Ingenieurwesen weit über die Hälfte des bayerischen Fach- und Führungskräftenachwuchses aus. Neben dem quantitativen Wachstum haben sich die HAWs durch den Ausbau von angewandter Forschung und Transfer qualitativ weiterentwickelt und als Innovationsmotoren für den regionalen und urbanen Raum positioniert. Um diese Position zum Wohle des Freistaats Bayerns zu gestalten, ist die Finanzierung der HAWs an der wirtschaftlichen Stärke Bayerns und damit über dem Bundesdurchschnitt zu orientieren. Der im Bundesdurchschnitt unterdurchschnittlichen Finanzierung der HAWs, z.B. bei den laufenden Ausgaben für Lehre und Forschung je Professor (Position 9) oder dem Anteil lehrunterstützenden Personals pro Professor (Position 10), ist deshalb mit einem HAW-Finanzierungspakt zu begegnen, der eine Positionierung der bayerischen HAWs an der bundesdeutschen Spitze zum Wohle des Freistaats Bayerns ermöglicht.

Handlungsfelder

Bis 2025 sollen die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften befähigt werden, an die bundesweite Spitze in den Feldern der praxisorientierten akademischen Qualifizierung sowie der angewandten Forschung und des Transfers von Innovationen in die Gesellschaft zu rücken. Dazu stehen drei Handlungsfelder der strategischen Weiterentwicklung im Vordergrund:

1. Ausbau der Forschungs- und Innovationskompetenz

  • Schaffung von grundfinanzierten Forschungskapazitäten durch Ausbau der 47 bereits genehmigten W2-Stellen für Forschung auf 250 Stellen
  • Schaffung von 250 E13-Stellen für forschungsunterstützendes Personal
  • Weiterentwicklung des Promotionsrechts
  • Ausbau der Transferstrukturen an den Hochschulen

2. Ausfinanzierung der Lehre, insbesondere zur Masterqualifikation

  • Schaffung von Masterstudienplätzen im Umfang von 20 % der Gesamtstudierenden an HAWs
  • Sicherung der Grundfinanzierung für die Bachelorprogramme (Wegfall kw-Vermerke und Etatisierung der Stellen aus dem Ausbauprogramm)
  • Ausbau der Infrastruktur für das duale Studium, die akademische Weiterbildung sowie das lebenslange Lernen

3. Ausgestaltung digitaler Hochschulcampus

  • Investitionen in Infrastruktur für die digitale Lehre
  • Ausbau ganzheitlicher digitaler Campus-Management-Systeme

Benötigte Finanzmittel

Um die angestrebte Spitzenposition im Vergleich der Bundesländer bis zum Jahr 2025 zu erreichen und damit die wirtschaftliche Stärke des Freistaats Bayern auch in Zukunft zu gewährleisten, benötigen die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern dauerhaft zusätzliche grundfinanzierte Mittel in Höhe von 200 Mio. € p.a. Vorgeschlagen wird dazu der Aufwuchs der Mittel um Jahrestranchen von 20 Mio. € pro Jahr beginnend ab 2019.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Hochschulen generieren in hohem Maße Innovationen und stärken damit das Wirtschaftswachstum. Sie bilden Fach- und Führungskräfte insbesondere auch für den Mittelstand aus, sind Arbeitgeber und investieren in Infrastruktur. Sie sorgen damit für erhebliche Verstärkungseffekte bezüglich Wirtschaftskraft und Beschäftigung. Investitionen in HAWs führen zu einer Bruttowertschöpfung je Euro Landesmittel von ca. 1,7 bis 2 Euro. Wissenschaftliche Studien berechnen für Hochschulen eine staatliche Investitionsrendite von 9,4 %. Durch die gute Einbindung der bayerischen HAWs in die regionale Wirtschaft weisen bayerische HAW-Absolventinnen und -absolventen eine höhere regionale Bindung als Universitätsabsolventinnen und -absolventen auf. Daher ergeben sich durch Investitionen in HAWs besonders wichtige zukunftssichernde Effekte für die mittelständische Wirtschaft. Neben den genannten volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen positiven Effekten werden durch o.g. Maßnahmen die Hochschulen auch in ihrer Drittmittelstärke im Bereich von Bundes- und Europaförderprogrammen unterstützt und generieren damit zusätzliche Rückflusseffekte.

Das vollständige Positionspapier "Hochschulentwicklung 2025" zum Download:

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