Anwendungsorientierte Forschung an den bayerischen Hochschulen schafft Zukunftspotenziale

Hochschule Bayern e.V. fordert nachdrücklich den weiteren Ausbau und die nachhaltige Förderung der anwendungsorientierten Forschung an den bayerischen Hochschulen. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der angewandten Forschung für den Freistaat ist dies ein zwingend notwendiger Schritt, um das vorhandene Potenzial der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Hochschulen noch zielgerichteter zu nutzen, so die Vorsitzende des Verbands der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie Präsidentin der Hochschule Neu-Ulm, Prof. Dr. Uta M. Feser. Schon jetzt zeichnen sich die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in der Forschung durch Effizienz und Qualität in der Überführung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in innovative Anwendungen aus. Durch die unzureichende finanzielle Ausstattung bleiben jedoch bislang noch erhebliche Innovationspotenziale unerschlossen.

Bedeutung der Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind zentrales Element der Wissenschafts- und Forschungslandschaft des Freistaates. Von Forschung und Entwicklung an diesem Hochschultyp gehen wesentliche Impulse für die Innovationsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft und damit für die Zukunftsfähigkeit Bayerns aus. Aufgabe der HAWs ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in Anwendungen zu bringen – damit stärken sie v.a. klein- und mittelständische Unternehmen, mit denen sie vor Ort zusammenarbeiten. Vor allem in Zeiten technischer und gesellschaftlicher Umbrüche und vielfältiger disruptiver Entwicklungen darf keinesfalls versäumt werden, mit Nachdruck in die Bereiche zu investieren, die wegweisend für die zukünftige Prosperität von Bayern sind. Diese Meinung wird auch von den Landtagsabgeordneten der Regierungsparteien geteilt und wurde jüngst durch die besondere Berücksichtigung in der Fraktionsreserve zum Ausdruck gebracht.

 

Aus der Fraktionsreserve zum bayerischen Doppelhaushalt 2019/2020, so entschied der Landtag am 15.5.2019, erhalten die HAWs 43 zusätzliche Professuren zur Stärkung der angewandten Forschung und Entwicklung[1]. Bereits bei den Verhandlungen zum vorhergehenden Doppelhaushalt konnten – ebenfalls aus der Fraktionsreserve – 47 Forschungsprofessuren geschaffen werden. Zukünftig kann die Forschung an den 17 HAWs nun mit Unterstützung von insgesamt 90 neu geschaffenen Forschungsprofessuren weiter ausgebaut und gestärkt werden.

 

Unzureichende Ausstattung der Hochschulen

Obwohl die Forschung im Bayerischen Hochschulgesetz gesetzlich verankert ist, ist sie an den HAWs nur unzureichend mit Grundmitteln unterlegt. Auf Bundesebene erhalten die HAWs beispielsweise nur einen Anteil von 3,3 % der im Bundeshaushalt etatisierten Forschungsgelder im Hochschulbereich.[2] Eine Ausstattung der HAWs mit Grundmitteln für angewandte Forschung, beispielsweise für benötigtes forschungsunterstützendes Personal und entsprechende Infrastruktur, ist daher dringend erforderlich. Die geschaffenen Forschungsprofessuren stellen zwar einen zentralen Schritt zur Weiterentwicklung der bayerischen HAWs im nationalen und internationalen Kontext und damit auch in der Umsetzung der bayerischen Wissenschaftsstrategie dar, jedoch kann der Freistaat angesichts der hohen Dynamik von Innovationen seine erfolgreiche Entwicklung nur fortsetzen, wenn weiter mit Nachdruck in anwendungsbezogen Forschung und Entwicklung investiert wird. Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften als Gravitationszentren des Innovationssystems müssen hierbei besondere Berücksichtigung erfahren. Insbesondere mit Blick auf die sich verlangsamende Konjunktur gilt es, hier gegenzusteuern und über die Innovationskraft der HAWs dort zusätzlichen Mitteln für Forschung bereitzustellen. Diese bayerische Forderung passt in die Bundesinitiative des Senat der Hochschulrektorenkonferenz, der eine Ausstattung von mind. 500 Mio. € im Jahr für die Förderung der angewandten Forschung vorsieht. +++

 

 


[1] Kapazitätsneutralen Professuren, die zu Deputatsreduzierungen für Vorhaben in der angewandten Forschung und Entwicklung herangezogen werden können

[2]https://www.bundestag.de/resource/blob/493160/c6bca2de5967dd789f1ec84b76caf54a/Hochschule-NRW_Unangef-Stellungnahme-data.pdf, S. 2

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