Anstieg im dualen Studium in Bayern – gefragtes Studienmodell in besonderen Zeiten

Auch oder gerade in schwierigen Zeiten ist das duale Studium ein attraktives Modell für Studierende und Unternehmen. Im Wintersemester 20/21 stieg die Anzahl der dual Studierenden und der dualen Praxispartner weiter leicht an, wie die neuesten Zahlen von hochschule dual – Bayerns Netzwerk für duales Studieren zeigen.

Bild: hochschule dual

Ein duales Studium verbindet Theorie und Praxis. Das ist der wichtigste Grund, weshalb sich viele Studierende an den bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften für diese Studienform entscheiden. Im Wintersemester 20/21 stieg die Zahl der dual Studierenden um 2,6 % auf 8.326 an.

In Zeiten der Corona-Pandemie gewann darüber hinaus ein weiterer Vorteil des dualen Studiums an Bedeutung: Im Gegensatz zu einem regulären Studium bietet die duale Variante eine garantierte durchgehende finanzielle Unterstützung und Planungssicherheit.
Auch immer mehr Betriebe entscheiden sich für ein duales Studium als erfolgreiches Instrument der Fachkräftesicherung. Die Anzahl der Praxispartner ist im gleichen Umfang wie die Studierendenzahlen gestiegen, aktuell liegt deren Zahl bei fast 1750.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte: „Das duale Studium an Bayerns Hochschulen bleibt trotz Corona stark. Ich freue mich über das gestiegene Interesse an diesem Modell. Denn auch und gerade in Krisenzeiten ist das duale Studium für junge Menschen ein perfektes Sprungbrett in den Beruf: Die enge Verzahnung von Theorie und umfassender Praxis macht sie zu hervorragend ausgebildeten akademischen Fachkräften. Wir setzen uns daher auch weiterhin dafür ein, dass Studentinnen und Studenten sowie Unternehmen diese wertvolle Ausbildungserfahrung und damit eine hervorragende Zukunftschance erhalten. Das duale Studium ist ein bayerisches Erfolgsmodell!“

Technik und IT – größter Anteil, größtes Wachstum

Wie schon in den Jahren zuvor sind Studiengänge im Bereich Technik, Informatik und Informationstechnologie am stärksten nachgefragt mit einem Anteil von 54 %. An zweiter Stelle liegen „Gesundheit und Soziales“ mit 23 %, gefolgt von „Wirtschaft“ (14 %) und „Umwelt & Naturwissenschaften“ (9 %).
Der Bedarf der bayerischen Wirtschaft an Fachkräften in Ingenieurwissenschaften und im Bereich der Digitalisierung ist groß und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Für viele Unternehmen ist ein duales Studium ein nachhaltiges und effektives Instrument, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Neue Praxiskooperationen und neue Studiengänge im Rahmen der Hightech Agenda Bayern haben zu einem Anstieg von über 8 % dual Studierenden in diesem Studienfeld beigetragen.

Deutlicher Anstieg im Studium mit vertiefter Praxis

hochschule dual bietet zwei Studienmodelle an: ausbildungsintegrierend, das sogenannte Verbundstudium, und praxisintegrierend, das Studium mit vertiefter Praxis. Im Bachelorstudium ist die Zahl der dual Studierenden, die sich für die vertiefte Praxis entscheiden, um 21 % gestiegen. Im Masterstudium betrug die Steigerung 15 %.

Prof. Dr. Franz Boos, wissenschaftlicher Leiter von hochschule dual, nennt die Gründe: „In den letzten Jahren gingen an den bayerischen Hochschulen immer mehr neue und innovative Studiengänge an den Start, um der technischen Entwicklung und den sich verändernden Bedürfnissen der Wirtschaft und Gesellschaft nach entsprechend ausgebildeten Absolvent*innen gerecht zu werden. Diese neuen Berufsbilder lassen sich nicht immer so einfach mit einer klassischen Berufsbildung verbinden.“

Auch wenn sich in Bayern nach wie vor die Mehrzahl der dual Studierenden für ein ausbildungsintegrierendes Studium entscheidet, so sind die absoluten Zahlen im Verbundstudium leicht rückläufig. Der Rückgang fällt jedoch im Verhältnis zum bundesweiten Ausbildungsmarkt deutlich geringer aus und ist größtenteils auf die Veränderungen in den Pflegestudiengängen hin zu primärqualifizierenden Formaten zurückzuführen. Für bayerische Studierende ist, im Vergleich zu anderen Bundesländern, ein duales Studium in Verbindung mit einer beruflichen Ausbildung nach wie vor sehr attraktiv.

„Digitalisierung, Klimawandel, neue Mobilitätskonzepte und Veränderungen in den Gesundheitsberufen, unsere Gesellschaft muss auch zukünftig viele Herausforderungen meistern“, so Boos. „Im dualen Studium kooperieren Praxispartner und Hochschulen und ermöglichen so einen Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Studierende profitieren in ihrer beruflichen Karriere von der Verzahnung von Theorie und Praxis.“

Die detaillierten Zahlenergebnisse sind auf www.hochschule-dual.de/statistik abrufbar.
 

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