03.02.2017

Die Uni und zwei Hochschulen für angewandte Wissenschaften unterzeichneten das BayWISS Verbundkolleg Digitalisierung

Auf Basis des Promotionskollegs können Absolventen nach dem Hochschulstudium an einer Universität promovieren


(von li.) Professor Dr. Robert Grebner, Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, Professor Dr. Alfred Forchel, Präsident der Julius-Maximilians-Universität sowie Professor Dr. Wolfgang Baier, Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg haben das BayWISS Verbundkolleg Digitalisierung unterzeichnet. (Foto Universität Würzburg / Gunnar Bartsch)

Kooperativ und strukturiert: Unter diesen beiden Schlagworten haben die Universität Würzburg, die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) ein gemeinsames Promotionskolleg mit Wirkung zum 1. Januar gestartet. An der Universität Würzburg unterschrieben die Präsidenten der drei Hochschulen die entsprechende Geschäftsordnung.

Ungewöhnlich und neu daran: In dem Promotionskolleg arbeiten Betreuer und Promovierende von Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten gleichberechtigt und gemeinsam an wissenschaftlichen Projekten unter Ausschöpfung der spezifischen Kompetenzen der Partner. Die Promovierenden erfahren auf diesem Weg eine Betreuung durch ein Komitee und erhalten ein klar definiertes, strukturiertes Programm, das sie auf spätere Aufgaben in Wissenschaft und Industrie gleichermaßen vorbereitet.

Das Kolleg ist offen für eine Beteiligung von weiteren bayerischen Hochschulen. Es stützt sich auf die Erfahrungen mit der strukturierten Promotion, die seit zehn Jahren an den Graduiertenschulen der Universität Würzburg gesammelt wurden, und wird daher an der Graduiertenschule für Wissenschaft und Technologie angesiedelt.

 Das neue Promotionskolleg steht unter der Überschrift „Digitalisierung“ und ist damit offen für eine Vielzahl von Forschungsthemen. So können zum Beispiel Studierende der OTH Regensburg sichere Software für den Pkw der Zukunft entwickeln oder FHWS-Studierende gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung erforschen genauso wie Absolventen des Studiengangs „Games Engineering“ der Universität im Verbund an ihrer Promotion arbeiten.

Aufgenommen werden herausragende promotionsbefähigte Absolventen insbesondere der Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die zu Themen der Digitalisierung forschen. Sie erhalten spezielle Angebote zur Förderung ihrer akademischen und berufsbezogenen Qualifikation bis hin zur Promotion. Die Betreuung teilen sich Universität und Hochschulen für angewandte Wissenschaften paritätisch.

 „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften große Talente vorhanden sind. Ich bin froh darüber, dass wir diesen Talenten jetzt einen organisatorischen Pfad hin zu einer Promotion in dem weiten Sektor der Informatik bieten können.“ Mit diesen Worten begrüßte Unipräsident Professor Alfred Forchel den Start des neuen Verbundprojekts.

Von einem „Meilenstein vor dem Hintergrund einer dynamischen Diskussion um den Zugang zur Promotion für die Absolventen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ sprach Professor Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg. Das bayerische Modell vereine die Stärken beider Systeme in sich und biete die Chance, Synergieeffekte zu erzielen und Ressourcen zu konzentrieren.

 „Ein großer Schritt in die richtige Richtung“: So bezeichnete Professor Robert Grebner, Präsident der FHWS die Vertragsunterzeichnung. Er sei froh darüber, dass das Kolleg in dem Bereich der Digitalisierung angesiedelt sei. Schließlich sei dieses Thema für die Zukunft Bayerns von entscheidender Bedeutung. Nun stünden die Beteiligten in der Verantwortung, diesen Bereich „nach vorne zu bringen“, so Grebner.

Sechs solcher Promotionskollegs wird es zukünftig in Bayern zu Kernthemen der bayerischen Hochschulforschung unter Trägerschaft verschiedener Universitäten und Hochschulen geben. Alle Kollegs sind unter dem Dach des Bayerischen Wissenschaftsforums – BayWISS – organisiert und werden durch das bayerische Wissenschaftsministerium gefördert. Sie etablieren das Modell der Verbundpromotion als Weiterentwicklung der kooperativen Promotion: strukturiert, transparent, paritätisch.

 BayWISS wird als gemeinsame Einrichtung von dreißig bayerischen Universitäten und HAW Verbundpromotionsprojekte auf breiter Front anregen und verstärken. Die Universitäten üben dabei weiterhin das Promotionsrecht aus. Gleichzeitig wird die Durchlässigkeit verschiedener wissenschaftlicher Karrierewege konsequent vorangetrieben.

Mehr Informationen unter www.baywiss.de.