Synergien nutzen – Kooperationen stärken

Dr. Wolfgang Zeitler (StMBW), Prof. Dr. Wolfgang Baier (Präsident OTH Regenburg), Prof. Dr. Sabine Döring - Manteuffel (Präsidentin Universität Augsburg), Prof. Dr. Walter Schober (Präsident TH Ingolstadt) und Barbara Lüddeke (StMBW) freuen sich über das vorgestellte Positionspapier zum BayWISS.

Bayerisches Wissenschaftsforum BayWISS – ein zukunftsweisendes Modell zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und HAWs

„Ausgangspunkt für die gemeinsamen Anstrengungen der Hochschulverbünde zur Konzeptionierung eines Bayerischen Wissenschaftsforums – BayWISS war die Aufforderung von StM Dr. Spaenle an die Hochschulverbünde Vorschläge zu Weiterentwicklung der Promotion zu erarbeiten, erinnert sich Prof. Dr. Walter Schober, Präsident der Technischen Hochschule Ingolstadt THI. „Was wir aber nun mit dem BayWISS erreicht haben, reicht weit über dieses ursprüngliche Ziel hinaus. Es ist gelungen, die hochschulartübergreifende Zusammenarbeit zwischen Universitäten und HAWs in einem Strukturmodell zu organisieren und damit die Stärken der beiden Hochschultypen zu bündeln ohne die jeweilige Profilbildung und funktionale Differenzierung der Hochschularten zu schwächen. Durch den kontinuierlichen Austausch unter den Hochschulen im Forschung, Lehre und Weiterbildung entsteht ein großer Mehrwert für den Wissenschaftsstandort Bayern“.

Fachforum Verbundpromotion und Eckpunkte für Promotionen in Bayern

Das BayWISS sieht in der hochschulübergreifenden Förderung hochqualifizierter PromovendInnen eine wichtige Zielsetzung. Folglich wird sich das erste Fachforum unter dem Dach von BayWISS dem drängenden Thema der Weiterentwicklung der Promotion widmen. Seit Einführung der kooperativen Promotion und mit dem Ausbau der anwendungsorientierten Forschung hat sich die Zahl der PromovendInnen an HAWs jährlich gesteigert und beläuft sich derzeit bayernweit auf etwa 500. „Die für den Promotionsprozess notwendige Zusammenarbeit zwischen Universitäten und HAWs zeigt bislang ein sehr mannigfaltiges Bild. Sie funktioniert an einzelnen Stellen und in einzelnen Disziplinen sehr gut, an anderen weniger“, resümiert Prof. Dr. Walter Schober. „Im Fachforum Verbundpromotion werden nun verlässliche, strukturierte und barrierefreie Wege zur Promotion für HAW – AbsolventInnen aufgezeichnet und gangbar gemacht. Damit treten feste Strukturen an die Stelle von individuellen und oftmals auf persönlichen Beziehungen fußenden Kooperationen.“ „Diese neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen“, fügt Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg hinzu, „gilt aber nicht nur für jene Promotionsprojekte, die in einem neu gegründeten Verbundkolleg entstehen. Die Art und Weise der Zusammenarbeit von bayerischen Universitäten und HAWs im Bereich der Promotionen wird sich zukünftig entlang von insgesamt 14 Eckpunkten auf einem grundlegend neuen Niveau bewegen.“

Feste Strukturen und aktive Mitverantwortung

„Die besondere Bedeutung dieser Eckpunkte“, erklärt Prof. Dr. Michael Pötzl, Präsident der Hochschule Coburg, „ist die Ausgestaltung dieser partnerschaftlichen Kooperation und zwar sowohl was die Aufnahme von HAW AbsolventInnen in Promotionen als auch was die Betreuung dieser Promotionsprojekte durch HAW ProfesorInnen betrifft. Zukünftig werden in den Promotionsausschüssen der Universitäten als auch bei der Begutachtung der Arbeiten gleichberechtigt HAW-ProfessorInnen eingebunden. Und auf der Promotionsurkunde ist die kooperierende HAW explizit genannt."

Das Modell der Verbundpromotion stellt inhaltlich und strukturell eine deutliche Weiterentwicklung der bekannten kooperativen Promotionskollegs dar. Damit sei, fasst Prof. Dr. Michael Braun, Vorsitzender von Hochschule Bayern und Präsident der Technischen Hochschule Nürnberg  diese erfreuliche Entwicklung zusammen, ein wichtiger und in den Augen vieler HAW – ProfessorInnen längst überfälliger Schritt getan, um die Forschungstätigkeiten und die Nachwuchsförderung im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung an den HAWs zu würdigen. Nun gelte es, das erarbeitete Konzept rasch mit Leben zu füllen und die neue Qualität der Zusammenarbeit von Hochschulen im Bereich der Verbundpromotionen umzusetzen.