Impulse aus der Politik

Großes Entwicklungspotential für Fachhochschulen

Von links: Prof. Nida-Rümelin, Prof. Maier, Prof. Piazolo, Prof. Münch, Hr. Kern

Prof. Nida Rümelin  bezieht auf der Podiumsdiskussion der Freien Wähler „Die Zukunft der Hochschulen“ Stellung zu der Rolle der  Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Am 10. November 2011 fand im Senatssaal des bayerischen Landtags eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die Zukunft der Hochschulen – zwischen Markt und Elfenbeinturm“ statt. Der Einladung der Freien Wähler sind zahlreiche HochschulvertreterInnen, Studierende und interessierte Bürgerinnen und Bürger gefolgt.  Im voll besetzten Senatssaal  wurden hochschulpolitische Themen hinterfragt und diskutiert wie etwa der Status des Bologna–Prozesses, die personelle Situation an den Hochschulen und die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines weiteren Ausbau der Hochschulen.  

Der hochschulpolitische Sprecher der Freien Wähler, Michael Piazolo, moderierte die Podiumsdiskussion. Neben dem ehemaligen bayerischen Kultusminister Hans Maier nahm auch der Philosophieprofessor Julian Nida-Rümelin und ehemalige Staatsminister für Kultur sowie die neue Leiterin der politischen Akademie in Tutzing, Ursula Münch, an der Diskussion teil. Die Sicht der Studierenden wurde von Michi Kern, einem Münchner Szene-Gastronom und Student der Hochschule für Philosophie vertreten.

Nach einem kurzen Impulsreferat des Diskussionsleiters zum vielschichtigen Angebot von über 2000 unterschiedlichen Studiengängen in Bayern übergibt er das Wort an den ehemaligen Kultusminister Hans Maier.

Zu meinem Amtsantritt als Kultusminister, so Maier, sei die Hochschullandschaft sehr übersichtlich gewesen. Er verweist auf  die bayerischen Universitäten und referiert über das Humboldt’sche  Prinzip der Einheit von Forschung und Lehre. Obwohl in Maiers Amtszeit die Gründung zahlreicher Fachhochschulen fällt, findet dieser praxis- und anwendungsbezogene Hochschultyp an dieser Stelle keine explizite Erwähnung. Julian Nida–Rümelin verweist im Anschluss umso deutlicher auf die Tatsache, dass es neben den bayerischen Universitäten auch eine Vielzahl von Fachhochschulen gäbe: „Es war in meinen Augen ein großer Fehler, dass im Zuge der Bildungsexpansion nicht mehr  Kräfte in die Fachhochschulen investiert wurden. Ich sehe hier großes Entwicklungspotenzial“. Im aktuellen Ausbau der Hochschulen, so Nida-Rümelin weiter, stünden die Hochschulen für angewandte Wissenschaften nun folgerichtig im Mittelpunkt. Das Profil der praxisbezogenen Lehre und angewandten Forschung mit regionalem Bezug ist ein nachhaltiges Konzept zur Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft. Nida-Rümelin spricht sich zudem klar für einen Beibehalt der Differenzierung zwischen den Hochschultypen und gegen eine Assimilation aus. „Bildung ist heute so wichtig wie nie“ betont der Philosophieprofessor und auf die Frage seitens des Diskussionsleiters, ob es heute zu viele oder zu wenige Studierende gäbe antwortet er reflektiert: “Es gibt nicht zu viele Studierende in Bayern. In den MINT–Fächern und in Studiengängen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften sollte es sogar noch deutlich mehr geben!“.

 

Er philosophiert: „Die Aufwertung der Hochschulen  für angewandte Wissenschaften könne verschiedene Facetten zeigen. Vielleicht wird ein Student einer Universität eines Tages in Bereichen der angewandten Forschung und Entwicklung an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften promovieren.“

 Von Lena von Gartzen, Referentin Hochschule Bayern

 

Parlamentarischer Abend mit der FDP Fraktion



Präsidenten bayerischer HAWs diskutierten aktuelle hochschulpolitische Themen  mit Vertretern der  FDP-Fraktion des bayerischen Landtags.

Der Einladung von Hochschule Bayern e.V. zum „Parlamentarischen Abend“ im Unionsbräu sind viele namhafte  Fraktionsmitglieder der FDP gefolgt.  Neben dem Fraktionsvorsitzenden Thomas Hacker  haben sich  die Sprecherin  für Hochschule und Forschung, Dr. Anette Bulfon, sowie  die Sprecherin für Bildungspolitik, Renate Will, im Münchner Traditionslokal  versammelt.  Der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, begleitete die Abgeordneten. Ziel des Abends war ein wechselseitiger, offener Meinungsaustausch zu  aktuellen  Themen aus der Hochschulpolitik.

Besondere Aufmerksamkeit wurde dem momentan in den Medien und im Landtag hochdiskutierten Thema der Studienbeiträge gewidmet. Der  sachorientierte Input aus der Perspektive der HAWs durch Präsident Eckstein aus Regensburg bot viel Transparenz hinsichtlich der bedarfs- und qualitätsorientierten Verwendung der Studienbeiträge.  Seit der Einführung  der allgemeinen Studienbeiträge im Jahre 2007 haben die HAWs diese Mittel im Sinne des Gesetzesauftrags ausschließlich zur Verbesserung der Studienbedingungen eingesetzt. Die zusätzlichen Mittel wurden insbesondere in Personal, in Bibliotheken und Rechenzentren sowie in Labore investiert. So konnten die Hochschulen  dank  dieser finanziellen Möglichkeiten z.B. die Betreuungsrelationen in der Lehre deutlich verbessern, den Service für die Studierenden ausbauen oder auch  flächendeckende WLAN–Verbindungen – heute eine Grundausstattung eines modernen Hochschulcampus – einführen.  Diese Errungenschaften sind nicht wieder rückgängig zu machen. „Es gibt keine Alternative zu Studienbeiträgen – außer einer Kompensation aus dem Staatshaushalt“ bekräftigt auch der Vorsitzende von Hochschule Bayern, Präsident Schweiger.  Es  wäre insbesondere in Hinblick auf die hohe Studierendenzahl und das gesunkene Eintrittsalter der Studierenden in das Hochschulsystem undenkbar, die Qualitätsstandards der HAWs durch Wegfall der Studienbeiträge absinken zu lassen.  

 

Der Wissenschaftsminister Dr. Heubisch kommentiert: „Wir haben den Hochschulen bei der Einführung der Studienbeiträge große Autonomie zur Verwendung dieser Mittel gegeben. Die HAWs haben diese Mittel  eingesetzt, um die Hochschulen für die Zukunft zu rüsten. Heute zeigt sich, dass wir damit genau das Richtige getan haben. Wir werden diesen Kurs weiter verfolgen“.

Eine Abschaffung der Studienbeiträge nach dem Vorbild anderer Bundesländer ist auch  laut Aussage des Fraktionsvorsitzenden Hacker undenkbar: „Ich spreche mich klar für eine Beibehaltung der Studienbeiträge in Bayern aus.“  Der Hochschulstandort Bayern liegt vorne, dies zeigen die hohen Studierendenzahlen. Dies gilt auch an jenen Hochschulen, die in direkter Nachbarschaft zu anderen Ländern und Bundesländern stehen, die keine Studienbeiträge erheben.

 

Die Präsentation von „hochschule dual“ vorgestellt von Präsident Schmidt aus Kempten hat starke Befürwortung in den Reihen der Fraktionsmitglieder ausgelöst. Das innovative Konzept des dualen Studiums beweist mit stark wachsenden Studierendenzahlen seinen Erfolg. „Trotzdem ruhen wir uns nicht auf den Erfolgen aus sondern sind aktuell dabei, dieses Konzept zu internationalisieren“ erläutert Präsident Schmidt. Damit werden die Bestrebungen, den Fachkräftemangel in Zukunft auch mit aus dem Ausland rekrutierten Kräften zu entschärfen, durch ein innovatives Bildungskonzept aus den Reihen der HAWs in Kooperation mit international tätigen bayerischen Unternehmen begleitet.

 

Ein weiteres prominentes Thema  des  parlamentarischen Abends   war die Ausdifferenzierung  der bayerischen HAWs. Einige ausgewählte HAWs sollen sich um den Titel „Technische Hochschule“ bewerben können. Auch weitere profilbildende Titel sollen eingeführt werden. Dr. Anette Bulfon betrachtet diesen Ausdifferenzierungsprozess als absolut notwendig und befürwortet profilbildende Maßnahmen – allen voran die Ernennung einiger technisch ausgerichteter HAWs zur „Technischen Hochschule“. Eine Bewerbung um diesen Titel, so Präsident Schweiger, ist seitens der HAWs aber nur dann sinnvoll, wenn die Vergabe des Titels keine  „Mogelpackung“ sei, sondern zusätzliche Mittel und entsprechende Rahmenbedingungen damit verbunden seien. „Das Profil der HAWs – praxisorientierte Lehre und angewandte Forschung in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen aus dem regionalen Umfeld der HAWs soll unbedingt erhalten bleiben.“

Im gegenseitigen Einvernehmen wurde zuletzt über berufsbegleitende Bildungsangebote gesprochen.  Anfängliche  Bedenken, zusätzlich zur Bewältigung des doppelten Abiturjahrganges auch noch berufsbegleitende Bachelor-Studienangebote zu entwickeln, haben sich nicht bewahrheitet.  Vielmehr zeigt  der Erfolg der HAWs, dass sich das hohe Vertrauen der FDP in die Hochschulen für angewandte Wissenschaften gelohnt hat.

„Wir haben Vertrauen in die HAWs und garantieren die Autonomie der Hochschulen. Stärken entstehen immer dort, wo Freiheit ist!“ kommentierte Dr. Heubisch.

Von Lena von Gartzen, Referentin Hochschule Bayern

Gespräch mit Frau Dr. Bulfon, Herrn Prof. Dr. Schweiger und Frau Dr. Preissner am 27. September 2010 im Bayerischen Landtag

„Dr. Annette Bulfon MdL, hochschulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, traf sich in München zu einem Gespräch mit Prof. Dr. Gunter Schweiger, Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt und Vorsitzender von Hochschule Bayern e.V. in Begleitung von Frau Dr. Karin Preissner, Geschäftsführerin von Hochschule Bayern e. V. (Zusammenschluss der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaft). Im Zentrum des angeregten Gedankenaustausches stand der Entwurf zur Änderung des Bayerischen Hochschulrechts.

 

"Vor der parlamentarischen Beratung der Reform des Hochschulrechts in Bayern will ich mich direkt mit den bayerischen Fachhochschulen beraten.", so Dr. Bulfon. "Als erste Adresse für praxisnahe akademische Bildung und als Partner im Bereich der angewandten Forschung wollen wir Liberale diese stärken und weiter ausbauen."

 

"Die Gesprächspartner diskutierten die generell positive Haltung von Hochschule Bayern e. V. zur geplanten Reform sowie einige Änderungswünsche des Vereins. "Mich freut die grundsätzliche Unterstützung der Fachhochschulen zu diesem liberalen Reformvorhaben", erklärte Dr. Bulfon abschließend".

 

 

Pressemitteilung des Arbeitskreises Hochschule und Kultur der CSU

PM_CSU_AK_Hochschule_und_Kultur.pdf

Strukturelle Defizite in der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung beseitigen