07.08.2017

Erfolgreicher Abschluss der Bavarian Summer School 2017 „The Future of Health Care: New Concepts – New Strategies” an der OTH Amberg-Weiden

Die Zukunft des Gesundheitswesens im Spannungsfeld Pflege und Technik – dies war das Thema der am Freitag, 04. August 2017 zu Ende gegangenen Bavarian Summer School 2017.


In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden hatte Study & Work International, eine Initiative von Hochschule Bayern e. V.,  internationale Studierende aus den Bereichen Pflege, Gesundheitswissenschaften und Medizintechnik eingeladen, sich zwei Wochen lang interdisziplinär zu aktuellen Themen der Pflege und Medizintechnik sowie zur Zukunft der Pflege auseinandersetzen. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Förderung von vbw - Verband der bayerischen Wirtschaft e. V. und dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Die 16 Teilnehmer aus sieben Nationen (darunter u.a. Brasilien, Russland und Thailand) lernten und arbeiteten in der ersten Woche der Summer School an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Die zweite Woche absolvierten die Studierenden an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. Die Teilnehmer waren dabei mit großem Engagement und Interesse bei der Sache. Gemeinsame Besuche von Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und medizintechnischen Unternehmen rundeten das Fachprogramm ab. Stadtbesichtigungen von Nürnberg, Bamberg und Weiden sowie gemeinsames Grillen und das Kennenlernen der bayerischen Lebensart bildeten den kulturellen und sozialen Rahmen.

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“[1]. Gemäß dieser Definition setzten sich die Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Härlein (Studiengangsleitung Angewandte Pflegewissenschaften an der Evangelischen Hochschule Nürnberg) und Prof. Dr. Clemens Bulitta (Leiter des Instituts für Medizintechnik an der OTH Amberg-Weiden), u.a. mit der Intensivstation der Zukunft, Patientenzimmer-Design und Infektionskontrolle sowie Wohnkonzepten in der Langzeitpflege auseinander.  

Nach Ansicht der Studiengangskoordinatorin Pflege Dual an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Julia Geier, wurde besonders von Seiten der Teilnehmer aus den Ingenieurswissenschaften der Bedarf nach interdisziplinärer Vernetzung deutlich kommuniziert: „Nur durch den engen Austausch kann sichergestellt werden, dass Technikentwicklung nicht an den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen vorbei geht“. Der Blick auf Probleme in der medizinischen Versorgung aus technischer, klinischer und ökonomischer Perspektive war Gegenstand der Projektarbeiten, an denen die Teilnehmer neben den verschiedenen Lehrveranstaltungen gearbeitet haben. Auch wurden in den Panels ethische Gesichtspunkte hinsichtlich der rasanten Pflegeentwicklung betrachtet. Dabei zeigt sich vor allem die Evangelische Hochschule Nürnberg mit ihrem kirchlichen Hintergrund an Fragestellungen zur Technikfolgenabschätzung im Vorfeld neuer Entwicklungen interessiert.

Prof. Dr. Bulitta stellt zudem die Internationalität und die durch die Bavarian Summer School erworbene interkulturelle Kompetenz in den Vordergrund, da „dies die Erfolgsfaktoren in der globalisierten Berufswelt von morgen sind. Die Summer School ermöglicht es in einzigartiger Weise Erfahrungen zu sammeln und weiterzugeben. Auch wir als Hochschule können unser Netzwerk und unseren Horizont erweitern und von den Teilnehmern lernen“.

Ein ebenso positives Feedback zog Prof. Dr. Härlein, der sich vom offenen und intensiven Austausch der internationalen Studierenden beeindruckt zeigte. Das Konzept, Studierende aus Pflege und Gesundheit mit der Perspektive des Medical Engineering vertraut zu machen, und umgekehrt den Studierenden im Ingenieursbereich die pflegerische Perspektive näher zu bringen, sei voll aufgegangen.

 


[1] Laut Verfassung der WHO vom 22.07.1946