25.04.2017

Hochschularchitektur der Zukunft

MdB Albert Rupprecht an der OTH Amberg-Weiden im Dialog mit Hochschule Bayern


MdB Albert Rupprecht (v.l.) tauschte sich in Weiden mit Präsidentin Prof. Dr. Andrea Klug und Präsident Prof. Dr. Walter Schober über die Zukunft der Hochschulen in Deutschland aus.

Mit 17,6 Milliarden Euro bildet der Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aktuell einen der wichtigsten Posten im Bundeshaushalt. Zukünftige Entscheidungen über die Mittelverteilung für Bildung und Forschung beeinflussen somit unmittelbar die Architektur der Hochschullandschaft in Deutschland.

Mitte April war MdB Albert Rupprecht zu Gast an der OTH Amberg-Weiden (Standort Weiden) um mit Vertretern von Hochschule Bayern im Vorfeld der Bundestagswahl im Herbst ein Gespräch über die Förderinstrumente des Bundes im Hochschulbereich zu führen. Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden und Prof. Dr. Walter Schober, Präsident der TH Ingolstadt und stellvertretender Vorsitzender von Hochschule Bayern diskutierten mit dem forschungs- und bildungspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion ihre Zukunftsvision der Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Vielfältiges Tätigkeitsspektrum der Hochschulen

„Die bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind sowohl in den ländlichen Räumen als auch den Metropolen die Hochschulen vor Ort. Über Transferleistungen in der anwendungsorientierten Lehre und der angewandten Forschung wirken die Hochschulen bereits heute als Innovationstreiber in den Regionen“, sagte Prof. Dr. Walter Schober. Die Hochschulen bilden in grundständigen Studiengängen und in der akademischen Weiterbildung für Berufstätige hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen für den Arbeitsmarkt aus. Daneben stellen die Hochschulen über ihre anwendungsorientierte wissenschaftliche Arbeit an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Produktentwicklung wichtige Technologien für ihre Partner in Wirtschaft und Gesellschaft bereit. „Die Grundlagen wurden gelegt“, unterstrich MdB Albert Rupprecht. „Nun gilt es über die Bereitstellung von entsprechenden Ressourcen das bestehende Potential der Hochschulen für angewandte Wissenschaften noch stärker und gezielter als bisher zu nutzen.“

Zukunft des Hochschulpakts

Im Fokus steht hier insbesondere die Fortschreibung des Hochschulpakts. Derzeit machen die zusätzlichen Mittel aus den Bundesprogrammen für die Lehre zwischen 20-30% der laufenden Zuschüsse für die Hochschulen für angewandte Wissenschaften aus. MdB Albert Rupprecht äußerte Verständnis für die Sorge der Hochschulen vor einem möglichen Wegfall der Bundesmittel, der einen Teil ihres Lehrangebotes gefährden könnte. Er betonte: „Das Geld muss im System bleiben. Die Hochschulen sollten nicht ohne Anschlussfinanzierung alleine gelassen werden. Allerdings gilt es die Länder nicht aus der Verantwortung zu lassen und Umsteuerungen zur Qualitätssteigerung vorzunehmen.“

Idee Deutsche Transfergemeinschaft

Mit Interesse nahm MdB Albert Rupprecht den Vorschlag zur Errichtung einer „Deutschen Transfergemeinschaft“ (DTG) zur Förderung der angewandten Forschung und des Wissenstransfers auf. Das Wissenschaftssystem entwickelt sich laufend weiter. Neben der Grundlagenforschung trägt gerade die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis zur Innovationskraft einer Gesellschaft bei. Mit dem Aufbau eigener Förderstrukturen könnte die angewandte Forschung und Entwicklung sowie der Transfer eine noch gezieltere Unterstützung erfahren. „Eine Deutsche Transfergemeinschaft würde mit zum Ausgleich des derzeitigen Ungleichgewichts zwischen erkenntnis- und ergebnisorientierten Forschung beitragen und das deutsche Wissenschaftssystem wesentlich stärken“, erklärte Prof. Dr. Walter Schober.

Zukunftsfähige Vision

Daneben wurden in dem Gespräch die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Inhalte und Werkzeuge der Lehre an den Hochschulen, ein Professoren-Nachwuchsprogramm sowie die Entwicklung der beruflichen und akademischen Bildung thematisiert.

Am Ende zog Prof. Dr. Andrea Klug ein positives Fazit der intensiven Diskussionen: „Seit ihrer Gründung haben die Hochschulen für angewandte Wissenschaften neben der Lehre ihr Tätigkeitsspektrum über die Forschung und Weiterbildung deutlich erweitert. Mit ihrer starken regionalen Vernetzung sind die Hochschulen als Standortfaktoren unersetzlich. Der heutige Dialog zwischen Politik und Hochschulen hat wichtige Impulse für eine gemeinsame Zukunftsvorstellung einer leistungsfähigen Hochschullandschaft geliefert.“

Zur Person

Albert Rupprecht ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestags. Er vertritt als direkt gewählter Abgeordneter den Wahlkreis Weiden in der Nordoberpfalz. Neben seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wirkt er als Forschungs- und bildungspolitischer Sprecher der Fraktion. MdB Albert Rupprecht ist zudem Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Fraktion.